Wie überlebt man in einem fallenden Aufzug?

Im fallenden Aufzug überleben

Wie überlebe ich in einem fallenden Fahrstuhl?

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Quelle: Shutterstock

Fallende Fahrstühle sind heutzutage ein klassisches Motiv im Horrorgenre und besonders in Hollywood ein beliebtes Spannungselement. Die Vorstellung, physikalischen Kräften vollkommen ausgeliefert zu sein, macht vielen Menschen Angst und bildet somit perfekten Stoff für Albträume. Was beim Absturz eines Fahrstuhls passiert und wie man sich schützen kann. Jetzt in diesem Artikel lesen.

Was muss ich beachten?

Stahl arbeitet niemals leise. Ein unsicherer Fahrstuhl wird seinen Zustand nicht verbergen können und laut klopfende und zerrende Geräusche von sich geben. Das soll aber nicht bedeuten, dass jeder laute Fahrstuhl auch automatisch unsicher ist. In Deutschland haben die meisten Einbauten gut sichtbare Plaketten vor den Türen, die die letzte Wartung belegen – ein Blick auf den Termin der letzten Wartung kann im Fall der Fälle als lebenswichtiger Anhaltspunkt dienen. So lässt sich ein Risiko also zusätzlich vorbeugen, was die Wahrscheinlichkeit eines Ernstfalls noch weiter verringern sollte.

Die Physik hinter dem Absturz

Mal angenommen, wir stehen nun aber schon im Fahrstuhl und haben tatsächlich das Pech, dass eines der Stahlseile reißt. Die meisten Fahrstühle haben für solche Fälle Sicherheitsseile eingebaut, die das Gewicht problemlos tragen. Denken wir uns, es gibt keines, oder das Sicherheitsseil reißt auch – was dann? Innerhalb kürzester Zeit beschleunigt der Fahrstuhl auf Freifallgeschwindigkeit in Richtung des Erdbodens und wir als Mitfahrer ebenso. Wir nähern uns dem Erdboden, der den Fall plötzlich und unvermittelt ausbremsen wird. Je nach Körpergewicht und Fallhöhe wirken enorme Kräfte auf den unglücklichen Fallenden ein. Damit eine Reaktion überhaupt möglich ist, sollte das Gefährt also mindestens vom fünften Stock aus abstürzen. Da der Raum um uns herum ebenso schnell fällt wie wir selbst, gleicht das Gefühl vor dem Aufprall der Schwerelosigkeit außerhalb unserer Atmosphäre.

Springen oder Hinlegen?

Den perfekten Absprung timen

Die naheliegendste Lösung zum Überleben im fallenden Fahrstuhl scheint das Abspringen kurz vor dem Aufprall zu sein. Wegen der Schwerelosigkeit während des Fallens und der versperrten Sicht auf den sich nähernden Erdboden dürfte diese Idee im Fall der Fälle aber kaum umzusetzen sein. Rein hypothetisch, zum Beispiel bei einem abstürzenden Glasfahrstuhl mit Haltegriffen, könnte ein Absprung ungefähr einen oder zwei Meter vor dem Aufprall angesetzt werden. Da der Sprung aber wesentlich langsamer stattfindet als der Fall, bremst man den Sturz selbst mit dem perfektesten Timing nur um wenige km pro Stunde. Bis zu einer gewissen Höhe kann der knappe Sprung also durchaus entscheidend sein. Beachtet werden sollte allerdings auch das Risiko bei einem zu frühen Absprung: Die Decke des Fahrstuhls würde dem Springenden den Kopf einschlagen und durch den Zusammenstoß kaum ausgebremst werden.

Gewicht verteilen – die passende Körperhaltung

Ein weiterer Lösungsansatz für das Überleben im abstürzenden Fahrstuhl ergibt sich aus verschiedenen Varianten der Federung. Legt man sich auf den Bauch, verteilt sich das Gewicht des Aufpralls auf den gesamten Körper statt punktuell. Ein Problem dabei ist, dass die inneren Organe auf diese Weise kaum Schutz finden und einen Großteil der wirkenden Kräfte einstecken müssen. Die Knie leicht anwinkeln und die Beine nach unten richten kann die Organe schützen, wird aber wahrscheinlich die Knochen zertrümmern. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen.

Weitere Probleme

Wir selbst können in einem fallenden Fahrstuhl also wenig ausrichten. Wie bei jedem Unfall wird vieles vom Zufall bedingt. Solltest Du den Sturz aber überleben, ist die Gefahr noch nicht überwunden – mit Dir zusammen fallen hunderte von Kilogramm an Stahl und Metall den Schacht herunter. Eine schnelle Flucht aus dem zusammengedrückten Gefährt ist unwahrscheinlich. Für das Überleben im fallenden Fahrstuhl braucht man also vorallem eines: Glück.

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