Was passiert, wenn ein Vogel in eine Flugzeugturbine fliegt?

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Gefahr in der Luft: Wenn Vögel in Flugzeuge geraten

Es kann immer mal vorkommen, dass ein Vogel mit einem Flugzeug zusammenstößt. Bei kleineren Tieren, wie einem Spatz oder einer Taube, geht dieser Unfall zwar für den Vogel tödlich aus, richtet aber keinen Schaden am Flieger an. Anders sieht das bei großen Vögel oder Vogelschwärmen aus.

Je größer der Vogel, desto größer der Schaden

Es gibt bestimmte Vögel, mit denen es besonders oft zu gefährlichen Unfällen kommt. Dabei handelt es sich um große Tiere, wie Kraniche, Fischreiher, Gänse, Störche oder bestimmte Greifvögel. Krähen könnten durch ihre Größe theoretisch auch gefährlich sein, sie sind aber klug genug, um einen großen Bogen um Flugzeuge zu fliegen. Auch größere Schwärme kleinerer Vögel können Probleme verursachen. So musste 2016 ein Norwegian Flug von Spanien nach München abgebrochen werden, weil die Boeing 737-800 einen Zusammenstoß mit einem Möwenschwarm hatte. Neben direkten Zusammenstößen kann auch der Windsog die Ursache von Unfällen sein, weil dieser so stark ist, dass die Vögel nicht wegfliegen können und dann gegen Flugzeugteile prallen.

Immer wieder versuchen Experten beim Bau von neuen Flugzeugen, diese Problematik in den Griff zu bekommen. In der Vergangenheit versuchte man, Vögel mit Gittern vor den Triebwerken abzuhalten, dies konnte sich aber nicht durchsetzen. Heutzutage werden Vogel-Dummys auf die Triebwerke geschossen um festzustellen, welchen Druck diese aushalten. Es muss sichergestellt werden, dass ein Mindestmaß an Druck ausgehalten wird und dass Triebwerk noch so lange weiterlaufen kann, dass es vom Piloten noch eine gewisse Zeit kontrolliert werden kann.

Entscheidend ist, wo es zu Kollision kommt

Ob ein Flugzeug so beschädigt wird, dass sich die Passagiere und die Besatzung in Gefahr befinden, hängt immer davon ab, gegen welchen Teil des Fliegers der Vogel kracht. Ist es zum Beispiel nur eine Seitenwand, bekommen die Passagiere wahrscheinlich einen ziemlichen Schreck, doch der Flug kann problemlos fortgesetzt werden. Bei anderen Bereichen, wie den Cockpit Scheiben oder den Triebwerken, müssen die Piloten in der Regel versuchen, das Flugzeug möglichst sicher notzulanden.

Besonders gefährlich ist der Start und die Landung – hat die Maschine erst einmal eine gewisse Höhe erreicht, sind dort kaum noch Vögel anzutreffen. Ab einer Flughöhe von 300 Metern sind derartige Unfälle nur noch selten, da die meisten Vögel nicht höher fliegen können. Deshalb versuchen Flughäfen mit diversen Maßnahmen Zusammenstöße zu verhindern. Dazu gehören die Haltung von Füchsen und der Einsatz von Knallkörpern. Außerdem versucht man dafür zu sorgen, Flughäfen möglichst frei von Futterquellen für die Tiere zu halten, damit sie sich gar nicht erst dort niederlassen. Vogelschlag-Beauftragte, die es laut Vorschrift an jedem Flughafen geben muss, beschäftigen sich quasi rund um die Uhr damit, es den Vögeln so ungemütlich wie nur möglich zu machen.

Die Gefahr von ungewollten Unfällen ist zudem in der Nähe von Naturschutzgebieten und zu Zeiträumen, in denen viele Zugvögel unterwegs sind, besonders groß. Auch im Sommer kann es, durch viele junge Vögel, die gerade erst das Fliegen lernen, zu Kollisionen kommen.

Zwischenfälle der letzten Jahre

Wir haben sicher noch alle die spektakulären Bilder von 2009 im Kopf, als der Pilot Chesley B. Sullenberger ein Flugzeug der US-Airways auf dem New Yorker Hudson River notlanden musste. Wildgänse waren in die Triebwerke geraten, die daraufhin ausfielen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Im Frühjahr 2016 knallte ein Vogel in die Nase einer EgyptAir Maschine, als diese am Londoner Flughafen Heathrow landen wollte. Ein Weiterflug war nicht möglich, der Schaden an dem Flieger war zu groß. Auch hier konnte das Flugzeug landen, ohne dass jemand verletzt wurde.

Leider gehen nicht alle Zusammenstöße so Glimpflich aus. 2007 starben in Russland sieben Crewmitglieder, als ein Frachtflugzeug nach einer Kollision mit einem Vogelschwarm abstürzte. Bei einer Landung in den Niederlanden 1996 entstand ein Brand in einem Transportflugzeug, nachdem es mit der Tragfläche mit dem Boden in Berührung kam. Der Pilot wollte einem Vogelschwarm ausweichen. 34 Menschen starben bei diesem Unglück. In Deutschland sind zum letzten Mal 2012 bei einem derartigen Unfall Menschen ums Leben gekommen. Ein Zusammenstoß zwischen einem Fischadler und einer Bundeswehrmaschine endete mit dem Absturz der Maschine und mit dem Tod der beiden Piloten.

 

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