Urzeitliche Ungeheuer: 10 Tiere, die glücklicherweise ausgestorben sind

Schlangen so lang wie Linienbusse, ein Adler, der mit seinen Krallen unsere Knochen durchschlagen kann, Libellen, die uns am Fluss die Fische wegschnappen, und zu allem Überfluss auch noch Haie, die uns aufrecht stehend verschlucken könnten – und die Treppenstufe unter uns gleich dazu. Je weiter wir in der Geschichte zurück gehen, desto gewaltiger werden die Tierwesen, die einst die Erde bevölkerten. Glücklicherweise kennen wir all diese Ungeheuer aber nur aus dem Museum. Hier sind 10 unheimliche, längst ausgestorbene Urzeit-Tiere, denen wir ganz gewiss nicht nachtrauern.

megalodon
Megalodon – © Herschel Hoffmeyer / Shutterstock.com

Andrewsarchus

Über dieses Ungetüm aus der Familie der Höheren Säugetiere ist uns eigentlich nur eines mit Gewissheit bekannt: Er muss über ein gewaltiges Maul verfügt haben. 1923 wurde in der Wüste Gobi der beinahe vollständig erhaltene Schädel eines riesigen Tieres gefunden – der bisher einzige Andrewsarchus-Fund der Welt. Dieser Schädel ist etwa doppelt so groß wie der eines voll ausgewachsenen Grizzly-Bären und verfügt neben der riesigen Schnauze auch über beeindruckende Zähne. Forscher nehmen allerdings an, dass Andrewsarchus nicht etwa wie der Grizzly zu den Fleischfressern zählt, sondern am ehesten mit den heutigen Paarhufern verwandt ist, also mit Wiederkäuern wie Kuh oder Giraffe – oder vielleicht auch eher mit dem Schwein. Das lässt allerdings nicht darauf hoffen, dass er sein riesiges Gebiss mehr zum Mähen urzeitlicher Wiesen als für die Jagd verwendet hat: Seinem Gebiss zufolge war Andrewsarchus nicht nur ein Fleischfresser, sondern mit einer Schulterhöhe von ca. 1,90 Metern auch noch ein rekordverdächtig großer.

Platybelodon

In bisherigen Rekonstruktionen sieht Platybelodon aus wie eine Mischung aus Elefant und Nilpferd. Platybelodon wurde knapp 3 Meter groß, wog bis zu 4,5 Tonnen und verfügte über insgesamt vier Stoßzähne. Zwei dieser Stoßzähne lagen oben am Maul und waren schräg nach unten gerichtet. Die beiden unteren hingegen lagen wie flache, breite Zähne im Maul und wurden wohl erst dann vollständig sichtbar, wenn Platybelodon seinen Rüssel vom langen Unterkiefer löste. Immherin war dieses urzeitliche Rüsseltier wohl als reiner Pflanzenfresser ein recht friedlicher Zeitgenosse. Forscher vermuten, dass Platybelodon in der Zeit von vor 5 bis 13 Millionen Jahren in sumpfigeren Gegenden zuhause war und seine Stoßzähne ganz einfach dazu brauchte, die Pflanzen, von denen er sich ernährte, aus dem Boden zu lösen.

Haastadler

Der bis in die Zeit um 1400 im heutigen Neuseeland beheimatete Haastadler gilt als größter Vogel seit der Kreidezeit. Seiner Flügelspannweite von drei Metern machen zwar auch der heutige Wanderalbatross und auch der Andenkondor Konkurrenz, doch während diese beiden auf ein Gewicht von höchstens 7 bzw. 15 kg kommen, brachte der Haarstadler bis zu 18 kg auf die Waage. Ließ er sich aus der Luft auf seine Beute fallen, durchschlugen seine Krallen auch Knochen. Als Raubvogel ernährte sich der Haastadler sich vor allem von flugunfähigen Vögeln, den an die heutigen Straußen erinnernden Moas. Im wird allerdings nachgesagt, dass er auch Jagd auf Menschen machte. Aus diesem Grund ist bisher nicht eindeutig geklärt, oder ob der Haastadler zusammen mit seiner Hauptnahrungsquelle – den Moas – ausstarb oder ob es nicht vielleicht Siedler der Maori waren, die ganz gezielt Jagd auf den riesigen Raubvogel machten und ihn nach und nach ausrotteten.

Liopleurodon

Nein, bei dieser schuppigen Kreatur handelt es sich enicht das Ungeheuer von Loch Ness – aber vielleicht um einen seiner nahen Verwandten. Liopleurodon wird den sogenannten Flossenechsen zugeordnet, Reptilien, die einst die Meere bevölkerten. Mit seinem kräftigen Kiefer zählte Liopleurodon wohl zu den gefürchtesten Raubtieren seiner Zeit, da er es auch mit großen Beutetieren mühelos aufnehmen konnte: Spuren von Liopleurodon-Bissen wurden auch an Skeletten anderer im Meer beheimateter Dinosaurier entdeckt. Ebenso beeindruckend wie charakteristisch ist dabei die Form seiner spitzen und vor allem scharfen Zähne: An einer Seite sind sie glatt, was das leichte Beißen ermöglicht. Auf der anderen Seite hingegen sind sie gezackt und eignen sich dazu, Beute festzuhalten oder in Stücke zu reißen. Große Exemplare der Gattung werden auf ca. 10 Meter Länge geschätzt, doch die meisten Liopleurodon blieben wohl deutlich kleiner. Mit ca. 4,5 Metern Länge waren Sie dabei aber immer noch länger als der durchschnittliche Kleinwagen …

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Megalania

Vollständige Skelette von Megalania wurden bisher noch nicht entdeckt, weshalb ihre Größe nur grob geschätzt werden kann. Diesen Schätzungen zufolge war mit diesem Vorfahren unserer heutigen Warane aber nicht zu scherzen: Er wurde bis zu sieben Meter lang, konnte sich mit bis zu 1000kg Körpergewicht auf seine Beute stürzen und diese vermutlich zu allem Überfluss auch noch mit einem giftigen Biss bewegungsunfähig machen. In Australien und Neuguinea beheimatet, lauerte dieser Fleischfresser arglosen Tieren auf – und vielleicht auch den ersten Menschen, die dort zu siedeln begannen. Auch er könnte von Menschen bis zum Aussterben gejagt worden sein, sicher wissen wir es bislang aber nicht. Wie die heute noch lebenden Warane ernährte sich Megalania nicht nur von frischer Beute, sondern gab sich zwischendurch auch immer wieder mit Aas zufrieden.

Gorgonops

Ein Kopf wie eine Ratte, ein Körper wie eine Eidechse … und dann erinnert das Gesamtbild auch noch unschön an einen Nacktmull mit Säbelzähnen: Dass der Paläontologe Harry Govier Seeley diese hässliche Gestalt nach den Gorgonen benannte, also nach der verfluchten Medusa und ihren Schwestern, ist leicht zu verstehen. Denn auch wenn er nicht jeden, der ihn anblickt, sofort zu Stein erstarren lässt: Eine Schönheit war Gorgonops ganz sicher nicht. Dafür war dieses „säugetierähnliche Reptil“ aber umso erfolgreicher: Gorgonops lebte in der Zeit vor 251-270 Millionen Jahren auf dem Superkontinent Pangäa, und zwar in den Regionen, die später China, Afrika und Russland werden sollten. Dort war er seinerzeit der am weitesten verbreitete Fleischfresser. In seinen frühsten Formen war Gorgonops dabei in etwa so groß wie ein kleiner Schoßhund und spezialisierte sich dementsprechend auf eher kleine Beute. Spätere Generationen wuchsen sich hingegen zu bedrohlichen Ungetümen von über vier Metern Länge aus. Glücklicherweise starben alle bekannten Unterarten von Gorgonops aber schon vor 252 Millionen Jahren aus …

Meganeuropsis

Eine riesengroße Libelle – das klingt immerhin deutlich weniger bedrohlich, oder? Riesige Libellen waren in der Zeit von vor 320 Millionen Jahren bis vor ca. 250 Millionen Jahren auf der ganzen Welt verbreitet: In Europa, Asien und Amerika wurden sie durch Funde nachgewiesen. Nach aktuellem Forschungsstand war die in Amerika lebende Meganeuropsis seinerzeit die größte unter ihnen – und mit großer Sicherheit ist sie auch heute noch das größte geflügelte Insekt der Welt. Da ihre Flügel immer nur in Teilen erhalten geblieben sind, bleibt es zwar bisher bei geschätzten Werten, aber ob sie nun eher 280 oder 300 Millimeter Länge geschätzt werden: Mit einer Libelle, deren Flügel etwa so lang waren wie ein DIN-A4-Blatt hoch ist, kann kein heute noch lebendes Insekt mithalten! So hübsch wir uns eine riesige Libelle dabei vorstellen mögen: Auch Meganeuropsis war eine Fleischfresserin und fing neben Insekten wohl auch kleine Reptilien und Fische.

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Smilodon

Mit den Eckzähnen, denen sie ihren Namen verdankt, wagte sich die Säbelzahnkatze vor allem an große und langsame Beutetiere: Ein Mammut war für diese vermutlich auch in Rudeln lebendenden und jagenden Katzen sicher kein Problem. Im Vergleich zu den großen Raubkatzen, die wir heute kennen, war Smilodon allerdings kleiner und kompakter gebaut. Nicht für Geschwindigkeit, sondern für Kraft: Seine Beine waren deutlich kürzer als es bspw. die von Löwen oder Tigern sind – was ihn von der Jagd auf schnelle Beute abgehalten haben dürfte –, doch waren dafür seine Schultern deutlich breiter und muskulöser. Mit den ca. 300 kg eines großen Smilodon können heutzutage höchstens ausgewachsene Sibirische Tiger mithalten. Ein eigenartiges Detail ist allerdings der kurze Stummelschwanz dieser gewaltigen Säbelzahnkatze: Der ist nämlich sehr viel niedlicher als man es einem muskelbepackten Jäger wie Smilodon zutrauen würde …

Megalodon

Vor ca. 2,6 Millionen Jahren hätte der Weiße Hai ganz gewiss niemandem Angst eingeflößt: Zu dieser Zeit lebte in den Urmeeren schließlich einer seiner Vorfahren, neben dem unsere heutigen Haie wie winzige Zierfische aussehen. Mit dem Weißen Hai teilt sich dieser sogenannte Megalodon allerdings die Vorliebe für einen Lebensraum in Küstennähe oder wärmeren Gewässer. Von Megalodon sind uns nur wenige Wirbel und immerhin so einige der scharfen, dreieckigen Zähne überliefert. Und diese sprechen eine eindeutige Sprache, was die Größenordnungen anbelangt. Forscher rekonstruierten auf Grundlage von Zahnfunden ein Gebiss für Megalodon, das sich an den ungefähren Proportionen und Zahnstellungen des Weißen Hais orientierte. Das Ergebnis? Ein furchteinflößendes Gebiss, das mit einer Höhe von knapp 2,5 Metern und einer Breite von mehr als 3 Metern problemlos einen aufrecht stehenden Menschen verschlingen könnte. Große Exemplare des Megalodon werden auf etwa 15 Meter – das entspricht etwa der Länge von drei hintereinander geparkten Mittelklasse-PKW! – oder gar bis zu 20 Meter geschätzt.

Titanoboa

Die Titanoboa ist genau das, was ihr Name bereits vermuten lässt: Eine gewaltige Schlange – die längste der Weltgeschichte, um genau zu sein. Sie lebte im Paläozän, d.h. 56 bis 66 Millionen Jahre vor unserer Zeit. In ihrem Verhalten ähnelte sie wahrscheinlich der heutigen Anaconda, die sich in ihre Beute verbeißt, sie dann umwickelt und so tötet – und dann mit dem Kopf voran im Ganzen verschlingt. Wie lang die Titanoboa tatsächlich war, lässt sich nur anhand der Wirbel errechnen, die im Norden Kolumbiens gefunden wurden. In der Cerrejonen-Kohlemine wurden 2009 die Rückenwirbel zahlreicher Riesenschlangen aus der Urzeit entdeckt – unter ihnen auch die der Titanoboa. Mit vollem Namen heißt sie daher in Anlehnung an diesen Fund „Titanoboa cerrejonenensis“, übersetzt aus dem Lateinischen also „die Titanoboa aus Cerrejon“. Und ihre Länge? Anhand ihrer Wirbel wird die Titanoboa derzeit auf ca. 14 Meter geschätzt, womit sie problemlos mit Megalodon konkurrieren kann.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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