10 Tattoos und ihre Bedeutung

Früher hatten Tattoos definitiv mehr Aussagekraft. Es hatte noch etwas zu bedeuten, sich unter Schmerzen Tinte tief unter die Haut stechen zu lassen. Heute ist das Tragen der Körperbemalung fast so gewöhnlich wie ein Ohrring oder ein Bauchpiercing. Doch neben den Geburtsdaten oder Gesichtsportraits der eigenen Kinder, Sprichwörtern oder Tribals, die vor allem persönlich mit Bedeutung aufgeladen sind, gibt es jede Menge Motive, deren Zusammenhang vielen rätselhaft erscheint.

Menschenverachtend: Auschwitz-Tattoos

Auschwitz-Tattoos
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Das Verstörendste gleich zu Beginn: Im Zeitraum von fünf Jahren von 1940 bis 1945 wurden bis zu 1,5 Mio. Menschen im KZ Auschwitz von den Nationalsozialisten umgebracht. Anders als in anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern wurden den Insassen hier Zahlenfolgen auf die Unterarme tätowiert. Dies ist passend zum Umgang mit den KZ-Häftlingen, sie wurden schließlich auch nicht mehr mit Namen angesprochen, sondern ausschließlich mit ihrer zugewiesenen Zahl. Dienen sollte dies der Vorbeugung von Verwechslungen und um potenziell Entflohene zu identifizieren. Wir haben es hier wohl mit der schrecklichsten, unfreiweilligen Tätowierung aller Zeiten zu tun.

Nicht eindeutig: Stacheldraht

Wer schon mal einen Gefängnisfilm gesehen hat, kennt diese Art Körperbemalung: Stacheldraht ums Armgelenk, um den Oberschenkel, Hals oder sogar auf der Kopfhaut. Gerade im Gefängnis entdeckt man Stacheldrahttattoos oft. In Russland oder in südamerikanischen Staaten umso mehr, insbesondere wenn der Träger religiös ist. Denn der Stacheldraht kann die Dornenkrone Jesus Christi symbolisieren. Eine andere Erklärung: Man findet einfach um Gefängnisse herum Stacheldraht. Manchmal erzählen die Anzahl der Zacken auch die schon abgesessene Strafe in Jahren.

Ein Klassiker: Das Spinnennetz

Spinnen sind nicht selten die einzigen Tiere, die es in die vier Wände einer Zelle bringen. Am Ellenbogen scheint es sich bei Beugung des Unterarmes mitzubewegen. Abgesehen davon ist es aber einfach ein Liebling unter Rockern und Punks oder auch Seemännern alten Schlages, ohne großen Bedeutungszusammenhang.

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Tränentätowierung

Tränentätowierung
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Wer in einer Gang ist und gerne mit seinen Mordopfern prahlt, lässt sich die entsprechende Anzahl an Tränen tätowieren. In der Zivilgesellschaft kann eine solche Träne aber auch als Ausdruck von Trauer für ein Opfer, z. B. ein Familienmitglied, gelten.

5-Punkte-Tattoo

Ein Punkt in der Mitte, vier drumherum, signalisieren, wie könnte es anders sein, den Inhaftierten und die Gefängniswände um ihn herum. Eingeschlossene haben oft nur wenig Möglichkeiten, sich gegenseitig im Verborgenen Symbole in die Haut zu stechen. Die fünf Punkte sind schnell gesetzt und ideal für Einsteiger, die ein Original-Knasttattoo wollen. Nennt man übrigens auch Quincux.

Gibt’s tatsächlich: Augapfeltattoos

Augapfeltattoos
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Diese krasse Form des Körperschmucks kann zum vollständigen Verlust des Augenlichtes führen. Hierbei wird Farbe, ebenfalls mit einer Nadel, mehrmals zwischen die Binde- und Lederhaut injiziert. Dann ist die weiße Fläche um den Augapfel herum – die Sklera – mit Farbe gefüllt. Denselben Effekt kann man übrigens auch mit farbigen Kontaktlinsen erreichen, was doch deutlich angenehmer ist.

Rasiermessertattoos

Uralte Kulturgegenstände sind immer beliebte Tattoomotive. So auch das Rasiermesser, in angesagten Szenebezirken Berlins z. B. gerne von Barbieren getragen, die damit ein wichtiges Handwerkswerkzeug direkt auf der Haut spazierentragen. Auch unter Punks und Skinheads ist ein Rasiermesser als Körperbild nichts ungewöhnliches. So gesehen kann es Reinheit, Körper- bzw. Modebewusstsein symbolisieren. Heute wie früher ist dieses scharfe Messer aber auch unter Gangs und Häftlingen verbreitet. Eine legale Waffe, die großen Schaden anrichten kann.

Das 1488-Tattoo

Bei einem Hakenkreuz oder SS-Runen erkennt jedermann sofort, dass es sich um rechtsextremistische Symbolik aus der Zeit des Dritten Reichs handelt. Die Zahlenfolge „14“ oder „1488“ jedoch ist nur Eingeweihten bekannt, besagt im Grunde jedoch dasselbe. Die 14 steht für „14 words“, die auf ein Zitat des US-Rechtsextremisten David Eden Lane zurückgehen. Die „88“ steht wahlweise für seine 88 Grundsätze für ein reinrassiges Volk oder „Heil Hitler“ (H ist der achte Buchstabe im Alphabet).

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Vorsicht: Mara Salvatrucha MS-13

Mara Salvatrucha
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Wenn einem ein finster dreinblickender Südamerikaner mit einem „MS-13“-Tattoo über den Weg läuft, ist genauso Vorsicht geboten wie bei den eben angesprochenen Neonazis. Denn MS-13 bedeutet „Mara Salvatrucha“ – also die Gang, die heute als eine der größten der Welt gilt und in zahlreichen lateinamerikanischen Staaten sowie in den USA zu finden ist. Die 13 erinnert an die 13. Straße in Los Angeles, dem Gründungsort der Straßenbande, die heute mit Rockerorganisationen wie den Hells Angels oder den Bandidos gleichzusetzen ist. Also mit organisierter Kriminalität.

Die Latin Kings mit ihrer Krone

Latin Kings
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Eine fünfzackige Krone, ein fünfzackiges Schloss, die Nummer 5 oder auch ein Löwenkopf – alles vornehmlich in den Farben schwarz und gold, weisen auf die Gangzugehörigkeit zu den Latin Kings hin. Diese Gang ist wohl nicht ganz so groß wie die MS-13, aber ebenso gefährlich und international. Die Fünfersymbolik geht auf die fünf Leittugenden der Gang hervor. Krone oder Löwe sollen den Herrschaftsanspruch ausdrücken.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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