Ein Sturm aus Dunkler Materie steuert direkt auf die Erde zu

Schaut ihr auch manchmal nachts zum Firmament und bewundert das Schauspiel von Millionen glitzernder Sterne? In solchen Momenten fühlt man sich ganz klein und unbedeutend. Die Ausmaße des Weltalls sind für den menschlichen Verstand einfach nicht zu erfassen. Oft bleibt nur ein Gefühl der Wehmut zurück, da alles was man dort oben sieht, viel zu weit weg ist, um es jemals selbst erkunden zu können. Doch manche Ereignisse im schier endlosen Weltall, spielen sich näher an unserem blauen Planeten ab, als ihr denkt. Im Universum zieht ein Sturm aus Dunkler Materie auf – und steuert direkt auf die Erde zu!

Der S1-Strom

sturm aus dunkler materie
Bild: Marc Ward/Shutterstock.com

Der Hintergrund dieser Geschichte ist der sogenannte S1-Strom, der unter anderem aus zehn Milliarden Sonnenmassen Dunkler Materie besteht. Derzeit fegt das Ungetüm mit einer Geschwindigkeit von über 500 Kilometern pro Sekunde durch unser Sonnensystem. Entstanden ist der S1-Strom, als unsere Milchstraße eine andere Zwerg-Galaxie verschluckt hat. Ein solcher Prozess ist nicht ungewöhnlich und dauert in der Regel mehrere hundert Millionen Jahre. Wenn zwei Galaxien miteinander kollidieren, verformen sie sich massiv und verschmelzen schließlich miteinander. Ist die eine Galaxie jedoch bedeutend größer als die andere, kann die kleine Zwerg-Galaxie sprichwörtlich von der anderen einverleibt werden. Als Überbleibsel solcher Galaxien-Kollisionen bleiben sogenannte Sternströme zurück. Dies sind riesige Gruppen von Sternen, die sich alle in einer Art „Sternenfluss“ in dieselbe Richtung bewegen. Diese Ströme werden zudem von dunkler Materie begleitet, welche die riesigen Sternenhaufen zusammenhalten.

Das Problem mit der dunklen Materie

Die Existenz, von der eben erwähnten dunklen Materie, konnte bislang jedoch noch nie bewiesen werden. Seit über 80 Jahren suchen Forscher weltweit nach einem Weg, die dunkle Materie erfolgreich nachzuweisen. Bis heute ist dies nicht gelungen. Dabei macht die geheimnisvolle Substanz ca. 80 Prozent der gesamten Materie des Universums aus. Bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellte der Astronom Fritz Zwicky fest, dass sich die einzelnen Galaxien zu schnell bewegen, als dass sie von der Schwerkraft der sichtbaren Materie zusammengehalten werden könnten. Es muss also einen anderen, unsichtbaren Stoff geben, der verhindert, dass die Galaxien auseinanderfallen: Die dunkle Materie. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um eine Ansammlung von massereichen Teilchen handelt. Die Theorien besagen, dass die Hauptbestandteile von dunkler Materie entweder WIMPs (weakly interacting massive particles) oder sogenannte Axone sind. Es handelt sich hierbei aber lediglich um Vermutungen, die meisten Fragen bleiben offen.

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Der S1-Strom als Chance

Um den Antworten auf diese ungeklärten Fragen einen Schritt näher zu kommen, kommt der S1-Strom den Astronomen sehr gelegen. Mittels einer Computersimulation wurden die Bewegungen des S1- Stroms und der ihn begleitenden dunklen Materie nachgeahmt. Da man die dunkle Materie aber bekannterweise nicht nachweisen oder direkt beobachten kann, muss man bei der Untersuchung einen etwas anderen Weg einschlagen. Man probiert daher, aus den Sternen, die sich im Strom befinden, die ursprünglichen Größenverhältnisse der absorbierten Zwerg-Galaxie zu rekonstruieren. Daraus lässt sich dann wiederum schließen, wie viel der dunklen Materie einmal in der Zwerg-Galaxie gewesen sein muss. Abschließend wird berechnet, wie viel davon letztendlich noch im S1-Strom verblieben ist. Bei den Simulationen kam heraus, dass sich der S1-Strom aus ca. 30.000 Sternen zusammensetzt und mit einer Geschwindigkeit von 500 Kilometern pro Sekunde durch den Raum rast. Die Masse der dazugehörigen dunklen Materie entspricht der von zehn Milliarden Sonnen.

Die Große Hoffnung der Weltraumforscher besteht darin, dass es sich bei den Hauptbestandteilen der dunklen Materie tatsächlich um Axone handelt. Nur dann wären die zur Verfügung stehenden Detektoren auf der Erde technisch dazu in der Lage, den Stoff zu erfassen. Haben wir es hingegen mit WIMPs zu tun, stehen die Chancen der Wissenschaftler schlecht. Die Messinstrumente sind nicht sensibel genug, um solche Partikel untersuchen zu können, welche rund 500 Millionen Mal leichter sind als Elektronen. Tatsächlich konnten noch keine Erfolge innerhalb der Untersuchungen verzeichnet werden. Verwertbare Daten blieben bislang aus. Trotzdem lassen sich die Wissenschaftler nicht entmutigen und setzen ihre Untersuchungen am S1-Strom fort. Die Forschung wird sich in naher Zukunft wahrscheinlich erst einmal der Entwicklung sensiblerer Messtechnologien widmeten müssen, um eines Tages bahnbrechende Erkenntnisse über die Existenz und die Zusammensetzung von dunkler Materie zu erlangen.

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Kein Weltuntergang

Für uns Erdenbürger stellt der S1-Strom im Übrigen keinerlei Bedrohung dar. Auch wenn der stellare Sturm unser Sonnensystem und sogar unsere Erde durchquert, so braucht niemand Angst vor einem Weltuntergang bekommen. Die dunkle Materie ist für den Planeten vollends ungefährlich, da sie so gut wie keine Wechselwirkungen mit dem Rest der sichtbaren, normalen Materie hat, aus der wir Menschen und eben auch die Erde bestehen.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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