Schiffbrüchig: 4 unglaubliche Geschichten von gestrandeten Menschen

Schiffbrüchig: Wer hat noch nicht einmal daran gedacht, wie es wäre auf einer einsamen Insel zu stranden? Mutterseelenallein und ohne Ausweg. Das Meer um einen herum und gerade einmal ein paar Früchte, die zum puren Überleben reichen. Eben genauso, wie es Robinson Crusoe, der Romanfigur von Daniel Defoe erging. Oder Tom Hanks in seiner Rolle als Chuck Noland im Film „Cast away – Verschollen“, wo er erst nach vier Jahren auf einer einsamen Insel entkommen kann. Es sind genau diese Bilder, die wir im Kopf haben, wenn wir in einem Flugzeug über dem Meer unterwegs sind oder die Geschichten von gestrandeten Menschen hören. Vier solcher Geschichten gibt es hier zu lesen und im Gegensatz zum Roman oder dem Filmklassiker, sind diese vier Geschichten wirklich so passiert.

Die Romanvorlage – Alexander Selkirk

Alexander Selkirk
Alexander Selkirk liest die Bibel – Credit: commons.wikimedia.org

Der schottische Seefahrer Alexander Selkirk hatte um das Jahr 1700, ein besonderes Schicksal zu überstehen. Er war mit einem britischen Kaperschiff unterwegs, dessen Zustand er bei einem Zwischenstopp auf der Pazifikinsel Isla Más a Tierra für nicht mehr seetauglich hielt. Er verblieb auf der Insel. Zu Recht, wie sich herausstellte, denn kurze Zeit später sank das Schiff. Selkirk hingegen lebte zunächst aus Angst vor wilden Tieren am Strand der menschenleeren Insel und ernährte sich von Schalentieren, ehe er sich nach einiger Zeit in das Innere der Insel traute. Hier lebte es sich deutlich besser, denn verwilderte Ziegen, die hier einmal als Reserve für Schifffahrer ausgesetzt wurden, dientem ihm als Milch- und Fleischlieferant. Auch Früchte und Wurzelgemüse gab es nun.

Mit Hilfe einer Bibel und ein paar mitgebrachten Utensilien vom Schiff gelang es ihm vier Jahre und vier Monate auszuhalten, bis ein britisches Schiff vor seiner Insel ankerte. Sein Schicksaal ist gut dokumentiert und diente Daniel Defoe als Romanvorlage.

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Die Indianerfrau – Juana Maria

Juana Maria
Juana Maria – Credit: commons.wikimedia.org

Eine andere tragische Figur der Weltgeschichte ist Juana Maria. Ihr Schicksal bestand aus gleich mehreren harten Schlägen. Zunächst waren es russisch-amerikanische Pelzjäger, die um 1835 beinahe alle Indianer auf ihrer Heimatinsel San Nicolas im Pazifik vor Kalifornien abschlachteten. Als die Überlebenden auf das Festland gebracht werden sollten, fand man Juana Maria nicht und gab die Suche aufgrund eines Sturms auf. Damit war sie zur letzten Einwohnerin auf San Nicolas geworden und lebte dort zuweilen in einer Höhle und in einer Hütte aus Wahlknochen. Ganze achtzehn Jahre lang überlebte sie, bis man sie schließlich fand. Mittlerweile war sie ungefähr 50 Jahre alt und trug einen Rock aus den Federn eines Kormorans. Doch ob die Rettung wirklich als Rettung zu verstehen ist, bleibt zweifelhaft. Denn nur sieben Wochen nachdem sie in die Familie ihres Retters George Nidever aufgenommen wurde, starb sie an einer Infektionskrankheit.

Die Schreibenden – Drei Schiffbrüchige

Auch wenn die ersten beiden Beispiele schon einige Zeit zurückliegen, kommt es auch heute immer wieder dazu, dass Menschen auf einsamen Inseln stranden. So geschehen bei drei Männern, die im April 2016 mit einem kleinen Boot im Pazifik unterwegs waren. Sie erlitten Schiffbruch und konnten gerade noch einen Funkspruch absetzen, als sie zur unbewohnten Insel Fanadik schwimmen mussten. Hier „schrieben“ die Drei das Wort „Help“ (Hilfe) mit Palmwedeln auf den Sandstrand. Die Fotos, welche von der amerikanischen Küstenwache aus dem Helikopter gemacht wurden, erinnern an eine Szene à la Hollywood. Drei Tage dauerte es, bis die alarmierten Rettungskräfte den Schriftzug und die mit ihren leuchtend roten Rettungswesten winkenden Gestrandeten fanden. Ein schnell zur Insel geschicktes Rettungsboot sorgte für ein glückliches Ende dieses Abenteuers.

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Schiffbruch – Untergang der Endurance

Untergang der Endurance
Untergang der Endurance – Credit: commons.wikimedia.org

Eines der letzten großen Abenteuer der Antarktisexpeditionen vernahm einen dramatischen Verlauf, bevor es doch noch einmal glimpflich ausging. Vor gut 100 Jahren startete der britische Polarforscher Ernest Shackleton eine Expedition, bei der zwei Schiffe von unterschiedlichen Seiten die Antarktis ansteuerten. Shackletons Schiff, die Endurance, geriet dabei im Packeis in heftige Bedrängnis. Zunächst driftete das Segelschiff viele Meilen ab, bis das Eis schließlich den Segler zerstörte. Nur mit Mühe gelang es der Mannschaft, auf einer Eisscholle noch weiter abzudriften und die Elephant Island zu erreichen. Hier verblieb der überwiegende Teil der Mannschaft in Eis und Kälte, während Shackleton mit fünf Gefährten und dem sichergestellten Rettungsboot der Endurance den Weg nach Südgeorgien einschlug. Das Unternehmen gelang und der Polarforscher konnte Hilfe in Form eines chilenischen Schiffes holen, welches die zurückgebliebenen 22 Männer rettete, Sie hatten vier Monate in ihrem Notlager ausgeharrt.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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