Raumfahrt: Gefährliche Raumfahrtmissionen, die schief gegangen sind

In der Raumfahrt liegen große Meilensteine der Geschichte und große Tragödien eng beieinander. Der erste Satellit im All, der erste bemannte Flug in den Weltraum oder der erste Mann auf Mond sind Meilensteine unserer Zivilisation. Doch der Preis, den wir für diese großen Errungenschaften zu zahlen haben, sind schreckliche Tragödien.

Apollo 1

Apollo 1
Apollo-1-Crew im Simulator – Credit: commons.wikimedia.org

Der Wettlauf zum Mond startete für die NASA mit einer Katastrophe. Am 27. Januar 1967, wenige Tage vor ihrem geplanten Jungfernflug ins All, testete die US-Raumfahrtbehörde die Kapsel. Obwohl es vorher immer wieder zu kleineren technischen Pannen kam, rechnete niemand mit ernsthaften Problemen. Doch schon beim Einstieg bemerkten die Astronauten Chaffee, Grissom und White einen säuerlichen Geruch. Kurz darauf bahnte sich die Katastrophe an. Einer der Raumfahrer meldete über Funk ein Feuer. Das Lebenserhaltungssystem an Bord erhöhte automatisch immer wieder die Sauerstoffzufuhr und den Druck in der Kapsel. Durch den Überdruck war es für die Besatzung nicht mehr möglich, die Luke zu öffnen.

Der rettende Weg ins Freie war versperrt. Als es einer Rettungseinheit nur wenige Minuten später gelang, die Kapsel von außen zu öffnen, war es längst zu spät. Alle Besatzungsmitglieder waren tot. Giftiger Rauch führte zur Erstickung, die Hitze des Feuers verschmolz die Raumanzüge mit den Sitzen. Die genaue Ursache des Unglücks wurde nie eindeutig geklärt. Vermutlich führten mangelhafte Isolierungen in der sauerstoffreichen Atmosphäre der Kabine zu Funkenflug, der das Feuer auslöste. In den Untersuchungsberichten kritisierten Fachleute zu lasche Sicherheitsbestimmungen und einen ebenso fahrlässigen Umgang mit den Vorschriften.

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Columbia

Columbia
Die Columbia vor ihrem Jungfernflug am 12. April 1981 – Credit: commons.wikimedia.org

Am 11. Februar 2003 brach das Spaceshuttle Columbia beim Landeanflug auf das Kennedy Space Center über den südlichen USA auseinander. Die Katastrophe, die alle sieben Besatzungsmitglieder in den Tod riss, nahm schon beim Start zwei Wochen zuvor ihren Anfang. Beim Take-off löste sich ein Stück der Schaumstoffisolierung eines Tanks ab und riss ein etwa 25 Zentimeter großes Loch in einen der Flügel. Durch dieses Loch traten während der Landung beim Eintritt in die Atmosphäre Gase in die Tragfläche ein, die sich auf mehr als 1800 Grad erhitzt hatten. Für die Astronauten zunächst unbemerkt, gerät das Shuttle ins Schlingern. Die Kontrollzentrale bemerkt einen extremen Anstieg der Temperatur an der beschädigten Tragfläche, als der Funkkontakt zur Columbia abreißt. Kurz darauf taumelt das Shuttle wie in einem Strudel unkontrolliert. Das Schicksal der Besatzung ist zu diesem Zeitpunkt schon besiegelt.

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Der Pilot versucht zwar, die Flugbahn zu korrigieren, hat wegen des Schadens, der sich unter der Belastung der Landung immer mehr ausweitet, aber keine Chance. Sekunden später verliert das Cockpit Druck, die Astronauten fallen in Ohnmacht, bevor ein Feuer an Bord ausbricht. Kurz darauf zerbricht das Shuttle in zahllose Teile, die verglühen oder über Texas niedergehen.

Sojus

Sojus
Im Inneren des Sojus-TMA-Raumschiffs – Credit: commons.wikimedia.org

Ähnlich wie das Apollo-Programm der USA nimmt auch das erfolgreiche Sojus-Programm der UdSSR mit einem tragischen Unfall seinen Anfang. Als die erste bemannte Sojus-Kapsel am 24. April 1967 auf dem Rückweg zur Erde ist, öffnet sich nach dem Eintritt in die Atmosphäre der Bremsfallschirm nicht. Zwar löste das System der Raumkapsel den Ersatzschirm erfolgreich aus. Jedoch entfaltete sich auch dieser Bremsschirm nicht. An Bord der Kapsel muss Kosmonaut Wladimir Komarow hilflos mit ansehen, wie er ungebremst mit mehr als 180 Kilometer pro Stunde auf die Erde aufschlägt. Komarow war damit das erste Todesopfer der bemannten Raumfahrt.

Als Grund für den Absturz der Sojus-Kapsel wurden nach Abschluss der Untersuchungen Konstruktionsfehler genannt. Der Ingenieur Boris Tschertok gab zu, dass die Konstruktion nicht ausgereift war. Ähnlich wie bei dem Unglück von Apollo 1 ignorierten die zuständigen Behörden alle Warnungen, um zur Zeit des Kalten Krieges beim Wettlauf in den Weltraum nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Challenger

Challenger
Aufnahme, kurz nachdem die Challenger explodiert ist – Credit: commons.wikimedia.org

Schon vor dem Absturz der Columbia ereignete sich am 28. Januar 1986 ein anderer tödlicher Vorfall mit einem Spaceshuttle. Die Challanger-Katastrophe ging als besonders tragischer Unfall in die Geschichte der Raumfahrt ein. Obwohl Techniker einen Tag vor dem Start Warnungen herausgaben, startete die NASA ihr Shuttle, zu dessen Besatzung mit der Lehrerin Christa McAuliffe erstmals eine Zivilistin gehörte. Doch zu dieser Zeit herrschte nicht nur in den USA ein grenzenloser Glaube an die Möglichkeiten der modernen Technik. Schon kurz nach dem Start traten an den Antriebsraketen Flammen auf. 73 Sekunden nach dem Lift-Off explodierte die Challenger und Millionen Raumfahrtenthusiasten auf der ganzen Welt sahen an ihren Fernsehern live zu.

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Die sieben Mitglieder der Besatzung kamen ums Leben. Die Bergung der Leichen dauerte mehrere Wochen, weil die Trümmerteile der Challenger auf einer Fläche von mehr als 26.000 Quadratkilometern verteilt über dem Atlantik herabregneten. So tragisch die Explosion der Challenger war, so trivial war die Ursache: Durch einen porösen Dichtungsgummi trat Treibstoff aus und entzündete sich durch die Reibung während des Starts.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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