Orte, die noch kein Mensch betreten hat!

Wir leben in einer Zeit voller Informationen. Wer möchte, reist mit Google Earth innerhalb von Sekunden an jeden Ort dieser Welt. Die Zeit der Entdecker und Abenteuerer scheint vorbei zu sein, doch auch wenn es so aussieht, als sei jeder Zipfel der Welt bekannt, gibt es sie noch: die sogenannten weißen Flecken. Dabei handelt es sich um Orte, die noch nie ein Mensch betreten hat. Darunter riesige Vulkane auf dem Meeresboden, unerschlossene Areale der Regenwälder, weite Wüstenflächen, die Arktis und Antarktis sowie Vieles mehr. Selbst Bereiche, die von Satelliten erfasst werden, haben Geheimnisse, denn die hochpräzisen „Augen“ können nicht all das erfassen, was sich auf der Erdoberfläche befindet. Schmale Pfade und Schluchten in den steilen Berghängen zum Beispiel werden nicht richtig wiedergegeben, denn die Steilhänge erscheinen auf den Bildern nur als wenig ausgeprägte Linie. Auch das Blätterdach des Amazonas versperrt den Blick auf das, was darunter liegt. Zudem kann kein Satellit Auskunft darüber geben, wie ein Gebiet aus der Nähe aussieht, welche Pflanzen und Tierarten dort heimisch sind und wie sie leben. Somit sind die weißen Flecken nicht nur kleine Leerstellen in unserer mutmaßlich vollständig kartografierten Welt, sondern auch eine Quelle von Entdeckungen, die darauf warten, erforscht zu werden.

Unbekannter Lebensraum: Tepui Tafelberge

Tepui
Bildquelle: commons.wikimedia.org

Im Norden, am Rand des Amazonas befinden sich die Tepuis. Dabei handelt es sich um einzeln stehende Tafelberge, die fast 3000 Meter in die Höhe ragen. Dadurch, dass die aus Sandstein bestehenden Hänge extrem steil abfallen, bilden sie ein für Kletterer und Bergsteiger unüberwindbares Hindernis. Ihre Gipfel sind nur von der Luft aus zu erreichen. Viele der Plateaus wurden deshalb bis heute nicht betreten, auch wenn auf den vom Regenwald umgebenen Bergen zahllose unbekannte Tiere und Pflanzen vermutet werden, die sich hier ungestört entwickeln konnten.

Geheimnisse unter Eis: Arktis, Antarktis

Arktis Antarktis
Bildquelle: pixabay.com

Die ernsthafte Erforschung der kalten Enden der Welt begann im 16. Jahrhundert (Arktis) bzw. 18. Jahrhundert (Antarktis). Seit dieser Zeit haben sich Viele aufgemacht, um das mit Packeis überzogene Meer im Norden sowie das Eis- und Festland im Süden zu entdecken. Doch trotz zahlloser Expeditionen sind weite Teile bisher unerschlossen. Einzig Satellitenbilder lassen erahnen, was sich hier befindet. Noch geheimnisvoller ist der Lebensraum unter dem Schelfeis der Antarktis. Dieses Gletschereis fließt über die Oberfläche der Antarktis und schiebt sich von den Landmassen, über den Ozean. Die Tiefen darunter werden von der dicken Eisschicht bedeckt, die kein Licht durchdringen lässt. Wie es dort aussieht und welche Lebewesen sich entwickeln konnten, ist bisher weitestgehend unbekannt.

Erforschung unter Lebensgefahr: die Sahara

Sahara
Bildquelle: commons.wikimedia.org

Glühend heiß, kaum Wasser und lebensfeindlicher je tiefer man vordringt: Das ist die Sahara, die größte Trockenwüste der Erde. Selbst mit den technischen Möglichkeiten der Neuzeit ist der Vorstoß in ihre unerschlossenen Regionen ein gefährliches Unterfangen und nur wenige Mutige wagen einen Versuch. So kommt es, dass weite Teile der Wüste, deren Fläche ungefähr der der gesamten USA entspricht, unerforscht sind.

Grünes Paradies: die Regenwälder am Amazonas

Amazonas
Bildquelle: Filipe Frazao/Shutterstock.com

Die Regenwälder des Amazonas gehören zur grünen Lunge der Erde und bergen in ihrem zum Teil undurchdringlichen Grün auch heute noch zahlreiche Geheimnisse. Immer wieder finden Forscher neue Gebiete und mit ihnen bisher unbekannte Tiere, Pflanzen und Naturwunder. So fand ein Forscherteam hier erst vor einigen Jahren den drittgrößten Wasserfall der Welt, was ein kleiner Hinweis dafür ist, wie viel Erstaunliches sich noch in den Regenwäldern verbirgt.

Noch nicht eroberte Höhen: Ost-Tibet

Ost-Tibet
Bildquelle: commons.wikimedia.org

Im nördlichen tibetanischen Hochland befindet sich der Himalaja, eine Bergkette, deren höchste Gipfel in achttausend Meter Höhe liegen. Diese wurden bereits alle erklommen. Nicht so dagegen die Sechstausender im Osten der Region. Viele der dort befindlichen 250 Gipfel sind unerschlossenes Gebiet, denn nur wenige haben sich bisher dazu aufgemacht, einen der Sechstausender zu bezwingen.

Unergründliche Meerestiefen: die Tiefsee

Tiefsee
Bildquelle: pixabay.com

Rund 62 Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt, die tiefer als ein Kilometer sind. Die sogenannte Tiefsee verbirgt ihre Geheimnisse gut, denn um in sie vorzudringen, ist der Einsatz von modernster Technik notwendig. Nur diese hält den besonderen Bedingungen stand, die in den unbekannten Tiefen herrschen. Eines der größten Probleme ist der Druck, der in den bis zu 11000 Metern Tiefe herrscht. Dies ist einer der Gründe, warum über die Tiefsee weniger bekannt ist, als über die Mondoberfläche und niemand genau weiß, was dort lebt.

Tamu-Massiv

Tamu-Massiv
Bildquelle: commons.wikimedia.org

Das Tamu-Massiv ist ein gigantischer Vulkan, der sich auf dem Boden der Tiefsee, in der Nähe Japans befindet. Erst vor wenigen Jahren fand man heraus, dass es sich um einen einzigen Schlot handelt. Seine Größe gleicht der Gesamtfläche Deutschlands, weshalb er als der größte Vulkan der Welt gilt. Diese Entdeckung zeigt, wie wenig man bisher über das weiß, was sich am Meeresboden befindet und lässt erahnen, wie groß die weißen Flecken eigentlich sind.

Sacha

Sacha
Bildquelle: commons.wikimedia.org

Ähnliches gilt für die Region Sacha. Diese umfasst ca. 20 Prozent der Fläche Russlands und ist nur dünn besiedelt. Ein großer Teil befindet sich rund um den Polarkreis. Temperaturen von – 40 Grad bis zur Frostgrenze und der dauerhaft gefrorene Boden (Permafrost) machen die Gegend zu einem mehr als unwirtlichen Ort. Expeditionen sind in den kalten Jahreszeiten lebensgefährlich, denn Sacha ist die kälteste Region der nördlichen Hemisphäre. Nirgendwo sonst auf der Welt wurden tiefere Temperaturen gemessen. Kein Wunder also, dass ein Großteil des Landes bisher unerforscht geblieben ist.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here