Maori: Ein Ureinwohner Volk mit einzigartigen Tattoos

Die Maori sind ein indigenes Volk, dass zwischen 1250 und 1300 n. Chr. aus Polynesien, in mehreren Wellen vermutlich in Kanus als erste Einwanderer Neuseeland besiedelten. Im Laufe der Zeit entwickelten die Maori eine komplexe Gesellschaft und eine furchterregende Kriegerkultur. Oft gekennzeichnet durch eine auffällige Gesichtstätowierung, war das aber nicht das einzige, was die Krieger so erschreckend machte. Heute berichten wir 10 unglaubliche Fakten über die Maori.

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Gottfried Lindauer (commons.wikimedia.org)

Der Tanz

Der Haka ist ein ritueller Tanz der Maori, der auch heute noch von Sportlern celebriet wird. Obgleich der Haka sowohl zur Begrüßung und Unterhaltung aufgeführt wird, so diente er auch der Einschüchterung der Gegner vor einer Auseinandersetzung, aber auch als Vorbereitung zur Motivation der Krieger. Beim Haka drückt das Äußere die Stimmung des Inneren aus.

Die Köpfe der Gegner waren Trophäen

Köpfe hatten bei den Maori eine ganz besondere Bedeutung und so wurden die Köpfe gefallener Feinde als Trophäe mitgenommen. Man entnahm den Köpfen das Gehirn und die Augen und schmierte alle Öffnungen anschließend mit einem speziellen gummiartigen Gemisch zu. Anschließend wurde der Kopf gekocht oder gedünstet. Nachdem der Kopf über mehrere Tage durch die Sonne getrocknet war wurde dieser mit Hai Öl behandelt. Ein Grund warum die Maori die Köpfe mitnahmen war, um jederzeit den gefallenen Gegner zu verspotten. Aber nicht nur das auch hatten die Maori ein Spiel mit den Köpfen entwickelt. Hierbei stapelten Sie alle Köpfe aufeinander. Auf die Spitze kam der Kopf des Anführers. Nun musste man versuchen den Kopf des Anführers mit einem Stein zu treffen. Gelegentlich wurden aber auch andere Köpfe anstatt steinen verwendet.

Die Trauerarbeit

Die Maori haben eine sehr ungewöhnliche Methode der Trauerarbeit nach dem Tod. Da man fest annimmt, dass sich der Leichnam im Moment des Todes in einem schlafähnlichen Zustand befindet, dauert die Trauerarbeit, die sogenannte Tangihanga 3 Tage. Dabei ist es üblich den Sarg des Toten bis zu seinem Begräbnis offen zu lassen. Während dieser Zeit wird der Leichnam nie alleine gelassen und von nahen Familienmitgliedern begleitet, bis er schließlich in einer Zeremonie begraben wird. Überliefert ist, dass die frühen Maori die Toten sogar nach einem Jahr wieder ausgegraben haben. Die Knochen wurden gesäubert und mit roter Farbe eingefärbt und anschließend an einem anderen Ort erneut betrauert. Erst nach einem Zweiten Begräbnis und einer Zeremonie konnte die Seele nach dem Tot weiterleben.

Die Mere

Die Mere der Maori sind Schlagwaffen, die aus verschiedenen Materialien wie Jade, Walknochen, Hartholz und Stein in Form eines Spatel oder Blattes hergestellt wurden. Mit dieser Waffe haben die Maori während des Kampfes dem Gegner schwerste Verletzungen vor allem am Kopf, Genick und den Armen zugefügt und sie kampfunfähig gemacht. Dabei wurde mit diesen Waffen nicht wie bei vielen anderen Gehauen, sondern eher nach vorne stoßend benutzt.

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Die Kriegsstrategie

Eine politische Einheit der Maori, das sogenannte Hapu bestand in der Regel aus nicht weniger als 100 Männern, darunter auch Frauen. In einigen Fällen kamen unterschiedliche Hapus zusammen, die sich über Stammesgrenzen hinweg über die Verfügung von Land einigten. Wenn es keine Einigung gab oder diese nicht durch Verhandlungen oder Heirat erzielt werden konnte, wurde nicht selten diese über kriegerische Auseinandersetzungen geklärt. Im Allgemeinen war es die Aufgabe eines Hapu das eigene Land zu verteidigen.

Allein zu diesem Zweck wurden bereits junge Männer trainiert und aus ihnen Kriegern gemacht. Besonderen Wert legte man auf das Training der Handgelenke, denn starke Handgelenke waren notwendig um Waffen wie z.B. die Mere einsetzen zu können. In der Kriegsführung waren die Maori listig. Entweder sie näherten sich anderen leise oder gaben vor, dass sie auf einer Expedition sind und überfielen dieses, wenn sie nahe genug dran waren. In der Regel wurden alle Männer getötet um zu verhindern, dass einer zurück kommt um Rache zu nehmen. Die Frauen wurden als Belohnung des gewonnenen Krieges mitgenommen.

Die erste Begegnung mit den Maori

Als erster Entdecker Neuseelands 1642 annektierte Abel Tasman das Land für Holland. Als Tasman die Westküste des Landes entlangsegelte, fand sein erster Kontakt mit den Maori an der Spitze der Südinsel statt. Zwei Kanus mit Maori-Kriegern an Bord sahen Tasmans Schiff. Tasman schickte darauf hin einige seiner Männer in einem kleinen Boot los, aber durch einige Missverständnisse kam es zu einem Zusammenstoß und einem Gerangel, infolgedessen vier von Tasmans Männern ums Leben kamen, woraufhin Tasman beschloss seine Expedition zu beenden und nach Indonesien zurück zu reisen. Erst 1769 sichtete  James Cooks Kabinenjunge, Nicholas Young während einer Entdeckungsreise Neuseeland. Cook beschrieb die Maori zwar als kriegerisches Volk, konnte aber dank eines begleitenden Tahitianers Verständigung zu den Māori herstellen, und so mehr über deren Leben und deren Kultur erfahren.

Der Krieger Hongi Hika

Hongi Hika ist einer der bekanntesten Kriegsführer und war wohl einer der einflussreichsten Anführer der Maori. Der 1772 geborene Hika kämpfte schon als junger Mann in vielen Kriegen. Nach einem Kampf 1814 bei dem erstmalig Musketen eingesetzt wurden überlebte Hika diesen nur knapp und wurde zum Kriegsführer seines Stammes ernannt. Nach dem Tod seines Bruders wurde Hika zudem 1815 Stammesführer. Entgegen vieler anderer Stammesoberhäupter suchte er bewusst Kontakt zu Europäern um Handel zu betreiben. Vor allem interessierten ihn Schusswaffen. Bei einem Besuch in London und auf der Rückreise über Sydney beschaffte er sich ausreichend Waffen und zog mit 2000 Kriegern gegen die Thames Stämme. Im Kampf töteten seine Männer nicht nur den Stammesführer Te Hinaki, sondern auch 2000 seiner Krieger. Nach unzähligen weiteren erfolgreichen Kämpfen starb Hika selbst nach einer Schussverletzung 1828.

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Ihre Tätowierungen wurden geschnitzt

Die Tätowierungen das sogenannte Ta Moko der Maori, sowohl der Männer als auch der Frauen haben für diese eine große Bedeutung. Vornämlich wurden die Tattoos im Gesicht, aber auch am Nacken, dem Oberkörper und den Armen platziert. Die meisten Maori bekamen ihre ersten Tattoos bereits in der Jugend. Obwohl jedes Tattoo einzigartig ist, sind diese in der Regel spiralförmig gehalten. Die Tattoos wurden oft in einer Zeremonie erstellt und jede einzelne Linie zeigte den Mut und die Stärke der Person und hat somit seine eigene Bedeutung. Zum Tätowieren wurden nach alter Tradition verschiedene Kratzer und Schaber aus Knochen benutzt. Die Farbe die aus dem Fruchtkörper eines Pilzes aber auch aus verkohltem Holz hergestellt wurde, wurde mittels vieler Punkte und Stiche aufgetragen, so dass die Haut narbig war.

Die Kindstötung

Wie auch in anderen Kriegerkulturen brauchten auch die Maori mehr männliche als weibliche Nachkommen. Nicht nur um die Sicherheit des Stammes gewährleisten zu können, auch wurden im Kampf mehr Männer als Frauen getötet, was zu einem Ungleichgewicht führte. War das Verhältnis im Ungleichgewicht wurden daher weibliche Nachkommen getötet und das auf schreckliche Art und Weise. Neben Tod durch Erstickung, Strangulation und Ertränkung, war die grausamste aller Methoden den Kopf des frisch geborenen Babys über die Fontanelle zu zerdrücken.

Der Kannibalismus

Obgleich der Kannibalismus bei den Maori unter Historikern seit langem debattiert wurde und einige davon ausgehen, dass das eher ein Gerücht ist, um die Maori als Wilde darzustellen, so wurde in James Cooks Bordtagebüchern dokumentiert, dass er selbst Augenzeuge von Kannibalismus war. Ein besiegter Maori wurde zerstückelt und von seinen Gegnern teilweise gegessen. Der Dritte Offizier Richard Pickersgill soll darüber hinaus einen Kopf eines Maori gekauft haben und diesen an Bord des Schiffes gebracht haben. Als später einige Maori an Bord kamen und den Kopf entdeckten, sollten sie Pickersgill durch Zeichen aufgefordert haben ein Stück davon zu probieren. Er verzichtete, bot aber den Maori ein Stück der Wange an. Diese ließen das Stück über Feuer braten und verschlangen es. Es wird angenommen, dass die Maori Ihre Feinde nicht etwa aßen, weil sie Hunger hatten, sondern eher um diese zu demütigen oder aber auch um ihren Geist in sich aufzunehmen.

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