Griechisches Feuer: 10 überraschende Erfindungen aus der Antike

Seit wann gibt es Zahnräder? Und in welchem Jahr wurde der Flammenwerfer erfunden? Viele dieser Errungenschaften stammen bereits aus der Antike. Hier sind die 10 überraschendsten:

Römischer Beton

Römischer Beton
Segment der römischen Eifelwasserleitung – Credit: commons.wikimedia.org

Ob Hafenmolen oder Wasserleitungen: die Römer waren bekannt für ihre Baukunst. Die hohe Haltbarkeit des sogenannten Opus caementicium, eines betonähnlichen Materials, wurde schon vom römischen Gelehrten Plinius dem Älteren beschrieben. Heute bestätigten Untersuchungen der chemischen Prozesse, was Bauwerke aus römischem Zement Jahrtausende überdauern ließ. Wenn das Gemisch aus Steinen, Sand, gebranntem Kalk und Vulkanasche mit Meerwasser in Berührung kommt, verfestigt es sich zu einer extrem widerstandsfähigen Substanz.

Sonnenstein

Sonnenstein Wikinger
Ein isländischer Silfurberg-Kristall – Credit: commons.wikimedia.org

Wie sehr die Wikinger ihre Fähigkeiten als Seefahrer perfektioniert hatten, zeigt eine erstaunliche Navigationsmethode. Archäologen fanden in Wikinger-Schiffen Hinweise auf die reale Existenz des sagenumwobenen Sonnensteins (sólsteinn). Er bestand aus einem auf einer drehbaren Scheibe angebrachten Kristall und ermöglichte es, den Sonnenstand sogar bei bewölktem Himmel zu bestimmen. Heute glaubt man, dass es sich bei dem Stein um einen Calcit (Kalkspat) gehandelt hat, der als Polaristaionsfilter wirkt. Durch die doppelte Lichtbrechung entstehen zwei Lichtbündel, die durch entsprechende Ausrichtung den Sonnenstand anzeigen.

Mumifizierung im Alten Ägypten

Ägyptische Mumie
Ägyptische Mumie – Credit: commons.wikimedia.org

Die Alten Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod. Darin liegt die Wurzel ihrer Mumifizierungspraxis. Bereits 4000 vor Christus entdeckte man, das in der Wüste Begrabene durch Trockenheit und salzhaltigen Sand auf natürliche Weise konserviert wurden. Im Lauf der Zeit wurden verschiedene Einbalsamierungstechniken entwickelt. Die inneren Organe der Verstorbenen wurden entnommen und in Tonkrügen aufbewahrt. Die Körper wurden gewaschen, mit Pottasche bedeckt, mit harzgetränkten Leinenbandagen umwickelt und mit Salbölen behandelt. Bevor sie in einen Steinsarg (Sarkophag) gelegt wurde, führten Priester an der Mumie magische Rituale durch, um sie für den Übergang in die Ewigkeit vorzubereiten.

Glühbirnen von Dendera

Glühbirnen von Dendera
Nachtbarke des Sonnengottes – Credit: commons.wikimedia.org

Eine erstaunliche Entdeckung wurde im ägyptischen Hathortempel von Dendera gemacht. Auf Steinreliefs aus der ptolemäischen Epoche (um 30 v. Chr.) sind kolbenförmige Gegenstände abgebildet, die an Glühlampen erinnern. Begleitet werden sie von Hieroglyphen-Texten, deren Inhalt als Hinweis auf Außerirdische interpretiert werden kann. Pseudowissenschaftler sehen darin den Beweis, dass die Ägypter mit fortgeschrittenen Technologien vertraut gemacht wurden und bereits elektrische Lichtquellen kannten. Die auf den Reliefs sichtbaren Schlangen werden als Glühfäden gedeutet, die abgebildeten Figuren als Plus- und Minuspol.

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Maya-Kalender

Maya Kalender
Diskus von Chinkultic – Credit: commons.wikimedia.org

Ihre präzisen Astronomiekenntnisse ermöglichten den Maya die Erstellung des am weitesten entwickelten Kalenders ihrer Zeit. Das komplexe System bestand aus mehreren Kalendern, die einander ergänzten. Bestandteile waren der rituelle Tzolkin-Kalender, der zivile Haab-Kalender und die sogenannte Lange Zählung, die für Himmelsbeobachtungen längerer Zeiträume eine große Rolle spielte. Die kombinierten Daten von Tzolkin und Haab wiederholen sich in einem 52-Jahres-Zyklus, der als Kalenderrunde bezeichnet wird. Der 21.12.2012 wurde in esoterischen Kreisen als Weltuntergangstag errechnet, der bekanntlich nicht eingetreten ist.

Quipu

Quipu
Schemazeichnung des Kalender-Khipus von Blas Valera 1618 – Credit: commons.wikimedia.org

Als frühes Statistik-Instrument kann die Knotenschrift (Quipu, span. für „Knoten“) betrachtet werden. Von den Ureinwohnern Südamerikas um 2.500 v. Chr. entwickelt, wurde sie erst um 1500 nach der spanischen Eroberung des Inkareichs durch das lateinische Alphabet ersetzt. Es gab ein Dezimalsystem für die Erfassung von Gütern und ein – bis heute nicht entziffertes – System für Nachrichten. Die verwendeten Fäden bestanden aus Tierhaaren (z.B. Lama, Alpaka) oder Pflanzenfasern, waren unterschiedlich gefärbt und enthielten Knoten, deren Lage Aufschluss über den Zahlenwert gab. Quipus wurden für Steuerberechnungen und Lagerinventuren verwendet.

Seismograph von Zhang Heng

Seismograph von Zhang Heng
Detailgetreuer Nachbau des Seismographen von Zhang Heng – Credit: commons.wikimedia.org

Im Alten China wurde der Gelehrte Zhang Heng in der Han-Dynastie zum Chef-Astronomen des Kaisers ernannt. Im Jahr 132 erfand er den weltweit ersten Seismographen. Dieses Erdbebenwarnsystem funktionierte so: die Wellen eines beginnenden Bebens setzten ein Pendel in einer Kupferkanne in Bewegung, darüber hingen Drachenköpfe, die jeweils einen Ball aus Bronze enthielten. Unter jedem Drachen befand sich eine Froschfigur mit geöffnetem Maul. Je nachdem aus welcher Richtung die Erdstöße kamen, setzte sich ein Ball in Bewegung, fiel in eines der Froschmäuler und löste ein weithin hörbares Signal aus. Der entsprechende Drachenkopf zeigte in Richtung des Beben-Epizentrums.

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Mechanismus von Antikythera

Mechanismus von Antikythera
Ausgestellte Fragmente aus dem Archäologischen Nationalmuseum (Athen) – Credit: commons.wikimedia.org

Im Jahr 1900 entdeckten Taucher in einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikhythera rätselhafte Fragmente aus Bronze. Sie deuteten darauf hin, dass schon im antiken Griechenland die komplexe Technik von Zahnradsystemen bekannt war. Die bis heute andauernden Rekonstruktionsversuche der Archäologen ergaben, dass es sich dabei um eine astronomische Uhr gehandelt hat. Das Instrument besteht aus mehreren Skalen für Sonnen-, Mond- und Finsterniskalender. Der ausgeklügelte Mechanismus wird von manchen als Urahn des Computers angesehen.

Griechisches Feuer

Griechisches Feuer
Griechisches Feuer in der einzigen bekannten zeitgenössischen Darstellung – Credit: commons.wikimedia.org

Der Flammenwerfer ist überraschenderweise keine moderne Errungenschaft. Er stammt bereits aus dem 7. Jahrhundert. Das „Griechische Feuer“ war eine mit brennbarer Flüssigkeit (meist auf Erdölbasis) gefüllte Druckpumpe aus Bronze mit mehreren Metern Reichweite, die vor allem in Seeschlachten eingesetzt wurde. Zugeschrieben wird die Erfindung dieser Brandwaffe dem griechischen Architekten Kallinikos. Die byzantinische Flotte konnte mit dem „flüssigen Feuer“ die Araber bei der Belagerung von Konstantinopel abwehren.

Damaskusstahl

Damaszener Stahl
Ein Neck-Knife – Credit: commons.wikimedia.org

Bis heute ungeklärt ist der genaue Herstellungsprozess des Damaszenerstahls, auch Damast genannt. Dieser aus mehreren Schichten von poliertem oder geätztem Stahl und Eisen zusammengesetzte Werkstoff wurde vom Orient aus nach Europa importiert. Zu den ältesten Nachweisen der Verwendung von Damast für Waffen gehören keltische Schwerter aus Streifendamaszenerstahl, die auf die Zeit um 300 v. Chr. datiert wurden.