Die Wahrheit über Rothaarige

Die Wahrheit über Rothaarige

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Quelle: Shutterstock

Bei Menschen mit roten Haaren denken viele sofort an Pumuckl, die liebenswerte freche Figur, die in den 80er über die Bildschirme flimmerte. Andere haben Klischees im Kopf wie Hexen sind rothaarig oder Frauen mit üppiger roter Mähne sind feurige Liebhaberinnen. Menschen mit Sommersprossen und roten Haaren müssen aus Irland kommen oder sind besonders frech. Viele Menschen mit genau dieser Haarfarbe leiden unter Vorurteilen, weil sie eben anders sind und zwangsläufig auffallen.

Aber die auffälligen Haare haben auch Vorteile und eines bewirken sie auf jeden Fall: Sie machen einen Menschen besonders und regelrecht unverwechselbar. Kein Wunder also, dass Menschen mit dieser Haarfarbe nicht nur schneller erkannt werden, sondern auch länger im Gedächtnis bleiben: Gut für die Karriere, ganz schlecht für Kriminelle mit roten Haaren, denn aufgrund eines speziellen Gens sind sie durch Tests mit absoluter Sicherheit zu identifizieren.

Nur ein bis zwei Prozent der Menschheit haben rote Haare, da das Gen für die besondere Haarfarbe rezessiv vererbt wird und die Farbe sich so über einige Generation verstecken kann – bis plötzlich ein Baby mit roten Haaren in der Familie ist. Rothaarige müssen in der Sonne extrem aufpassen, denn sie fangen sich schnell einen Sonnenbrand ein, weil ihnen ein Gen fehlt, das die Haut braun werden lässt und damit zumindest begrenzt vor ultravioletter Strahlung und eben auch Sonnenbrand schützt.

Wer übrigens sowohl rote Haare als auch blaue Augen hat, darf sich erst recht besonders fühlen, denn nur etwa ein Prozent der Weltbevölkerung weist diese außergewöhnliche Kombination auf: Die meisten Menschen mit roten Haaren haben entweder braune oder grüne Augen. Rote Haare sind besonders dick und damit wirkt die rote Mähne umso prachtvoller, obwohl Menschen mit Schattierungen zwischen Kupfer, Rotblond und Kastanienrot zwischen 20.000 und 50.000 Haare weniger haben als Menschen mit braunen oder blonden Haaren.

Zu der Zeit als die Kaiser in Rom das Sagen hatten, waren Sklaven mit roten Haaren begehrt und dementsprechend teuer, denn sie sollten große Stärke und Entschlossenheit mitbringen. Im Mittelalter sind Menschen mit der besonderen Haarfarbe schnell unter Verdacht geraten, mit dem Teufel im Bunde zu sein und Hexerei zu betreiben – Männer betraf das übrigens genauso wie Frauen, wenn auch diese wesentlich häufiger auf dem Scheiterhaufen zu Tode kamen.

Rothaarige hatten es auch im dritten Reich nicht leicht: Hitler hatte die Heirat für Menschen mit roten Haaren untersagt – schließlich galten diese nicht als arisch. Noch vor einigen Jahrzehnten wurden in Irland, dem Land, in dem zehn Prozent der Bevölkerung rote Haare haben, gerade diese Menschen verschmäht – angeblich ließ ihre Anwesenheit die Milch sauer werden.

Wer schon einmal versucht hat, seine roten Haare zumindest für eine Weile loszuwerden, wird festgestellt haben, dass das gar nicht so einfach ist: Rote Haare nehmen nur sehr schlecht Haarfärbemittel an – um Erfolge zu erzielen, muss man sie vorher bleichen und das schadet den Haaren. Also am besten stolz sein auf die rote Pracht! Je älter man wird, desto einfacher wird es übrigens mit den roten Haaren: Erstens wird man nicht so schnell grau wie die anderen Haarfarben und zweitens kann man sich dann über so hübsche Nuancen wie Kupfer, Blond oder Silber freuen.

Allerdings sollten Ärzte bei Menschen mit roten Haaren ganz genau hinschauen: Während Temperaturunterschiede extremer wahrgenommen werden, sind Druck- und Stichempfinden nicht so sehr ausgeprägt und Narkosemittel schlagen nicht an wie bei anderen Menschen.

Menschen mit rotem Haarschopf sind aufgrund ihrer Unverwechselbarkeit übrigens im Durchschnitt auch erfolgreicher als alle anderen. Für die etwa 140 Millionen Menschen weltweit mit roten Haaren sind das doch gute Nachrichten – die Führungspositionen der Welt stehen ihnen offen! Und wenn dann noch ein Geschäftsessen ansteht, sind auch die schärfsten Gerichte eher weniger ein Problem, denn Menschen mit roten Haaren vertragen Schärfe in Speisen wesentlich besser. Für alle Frauen, die mit ihren Haaren und der auffälligen Farbe hadern: Rote Haare stehen nicht nur für die angeblich leidenschaftliche Liebhaberin (übrigens nicht erwiesen!), sondern verschaffen ihren Besitzern, egal ob Männern oder Frauen, auch mehr Respekt im Alltag. Anzügliche Pfiffe oder Gerempel um den besten Platz an der Bar sind für Menschen mit roten Haaren eher weniger ein Problem.

Also kann man auf die rote Haarmähne wirklich stolz sein, denn sie macht nicht nur besonders, sondern bringt auch so einiges an Vorteilen und bemerkenswerten Eigenschaften mit. Nicht umsonst färben viele Frauen ihre Haare in diversen Rottönen. Bei Frauen kommen übrigens Männer mit rotem Haarschopf oft nicht so gut an wie umgekehrt Frauen mit feuriger Mähne bei Männern.

Aber Achtung: Aufgrund des Klimawandels und der damit verbundenen intensiveren Sonneneinstrahlung wird der genetische Nachteil für Menschen mit roten Haaren immer größer und die tolle Haarfarbe mit ihrer ohnehin geringen Verbreitung ist in der Tat vom Aussterben bedroht. Außerdem macht Menschen mit der blassen Haut und den besonderen Haaren die vermehrte UV-Strahlung zu schaffen, sodass ihr Risiko steigt, an Hautkrebs zu erkranken: Also immer gut und mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Aber das gilt eigentlich für alle.

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