Die 10 größten Vulkane der Welt

Vulkane haben Menschen zu allen Zeiten fasziniert. Die feuerspeienden Berge regten die Fantasie an und verbreiteten Furcht. Vulkanausbrüche wurden zu Legenden. Das sagenhafte Pompeji fiel dem Ausbruch des Vesuvs 79 nach Christus zum Opfer. Es wurde unter Bimsstein und vulkanischer Asche begraben. Acht Monate dauerte der Ausbruch des Lakagigar 1783 in Island. Riesige Mengen Fluorgas wurden dabei in die Atmosphäre abgegeben, Lavamassen großen Ausmaßes freigesetzt. Die Folge war eine Hungersnot, bei der ein Viertel der Gesamtbevölkerung Islands starb.

Mit dem Ausbruch des Krakatau 1883 begann die wissenschaftliche Vulkanforschung. Niederländische Kolonialherren und die Royal Society in London beschäftigten sich mit Ursachen und Folgen. Davor galten Vulkane als Sitz von Gottheiten, die mit ihrem feuer- und steinspeienden Ausbruch die Menschen straften. Dennoch siedelten Menschen immer wieder in der Nähe von Vulkanen und nutzten die Vorzüge trotz der stets drohenden Gefahren. Hier die Top Ten der größten Vulkane:

The biggest one

Ojos del Salado
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Der allererste unter den größten Vulkanen ist der Ojos del Salado mit einer Höhe von sagenhaften 6893 Metern. Der größte Vulkan der Welt reicht von Argentinien bis nach Chile und liegt am Rand der Atacamawüste. 01Der Vulkan besteht aus mehreren Erhebungen und Kratern. Er ist das klassische Beispiel für einen spitzkegeligen Schichtvulkan. Schichten von Lava und Lockermassen wechseln sich bei diesem Vulkantypus ab.

Der Ojos ist begehbar und als größter Vulkan der Welt ein beliebtes Ziel erfahrener Bergsteiger. Im Winter ist er unzugänglich, doch in den wärmeren Jahreszeiten wurde der Vulkan oft Schauplatz von Weltrekorden, wie dem Höhenweltrekord mit dem Fahrrad, den ein Thüringer 2014 aufstellte.

Der Ojos del Salado gilt als ruhig, da es seit 1300 Jahren keine Ausbrüche mehr gab. Dennoch kommt es immer wieder zu Asche- und Gasausstößen. Postvulkanische Erscheinungen wie Wasserdampf lassen den Schluss zu, dass der Vulkanismus abklingt. Als größter Vulkan der Welt ist der Ojos del Salado auch in ruhendem Zustand eine beliebte Attraktion.

Der ruhende Gigant

Monte Pissis
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An zweiter Stelle steht der Monte Pissis mit 6795 Metern. Er liegt in Argentinien zwischen La Rioja und Catamarca. Bei den zeitweilig angegebenen 6882 Metern und höheren Angaben handelte es sich um diverse Messfehler. Nachmessungen lagen deutlich darunter. Der Gigant hätte sonst dem Ojos del Salado seinen Platz streitig gemacht.

Der Monte Pissis schläft. Ein letzter Ausbruch des Vulkans ist nicht erfasst. Das erste Mal wurde er in den dreißiger Jahren durch das polnische Bergsteiger-Duo Jan Szczepanski und Stefan Osiecki bestiegen. Mit seiner sagenhaften Schönheit ist er auch heute noch Ziel ausgesuchter Touren. Der Vulkan ist auch für erfahrene Bergsteiger spannend. Gletscherbegehungen, sandige Hangphasen und Gratwanderungen bieten Abwechslung, sind jedoch auch eine kleine Herausforderung. Aufgrund seiner abgelegenen Lage wird er eher selten bestiegen.

Rätselhafter Zauber

Llullaillaco
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An dritter Stelle folgt der heilige Llullaillaco mit 6739 Metern, der zwischen Chile und Argentinien liegt. Er befindet sich weit abgelegen in der Atacama, einer Wüstenregion. Das „Dach der Atacamawüste“ ist ganzjährig mit Schnee überzogen. Der Gipfel ist jedoch nicht vergletschert.

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In der Sprache der Ureinwohner wurde der Llullaillaco „Schmutzige Lagune“ genannt. Gleichzeitig galt der Berg als heilig und Wohnung der Götter. Aus den Flanken des Vulkans entspringen Quellen. Daher sah man in ihm auch ein Fruchtbarkeitssymbol.

Auf seinem Gipfel wurden in den sechziger Jahren die Überreste von Bauten der Inkas gefunden, die vermutlich zu kultischen Zwecken errichtet und für Opferungen genutzt wurden. Bisher hat man in solch hohen Regionen weltweit keine Artefakte entdeckt. Die Inkas bestiegen den Llullaillaco nach Schätzungen vor 1500. Die erste neuzeitliche Besteigung erfolgte in den fünfziger Jahren durch einen chilenischen Bergsteiger. Während die Überreste der jahrhundertealten Kultstätte überdauerten, waren nur kurze Zeit nach den Ausgrabungen alle Spuren der Archäologen verschwunden.

Schlafend, doch sichtbar aktiv

Guallatiri
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Die vierte Position nimmt der ebenfalls in Lateinamerika liegende Guallatiri ein.Er befindet sich in den zentralen Anden im Norden Chiles, nahe der Bolivianischen Grenze und ist 6071 Meter hoch. Nicht weit entfernt liegt der Nationalpark Lauca. Zur Besteigung des Guallatiri bedarf es der polizeilichen Genehmigung.

Der Schichtvulkan brach das letzte Mal 1960 aus und gilt als einer der aktivsten Anden-Vulkane. Die Besteigung ist unkompliziert und kann, wenn man sich bis 5200 Meter fährt in einer Tagestour bewältigt werden. Schneebedeckte Hänge und der Zugang über einen Firngrat zum von Gletschern bedeckten Gipfel bieten ein besonderes Erlebnis.

Es gibt mehrere Stellen, aus denen deutlich hörbar Dampf ausgestoßen wird. Über der Spitze des Berges sind sie weithin sichtbar. Der Sage nach war der Vulkan einst ein Liebhaber. Wenn seine Geliebte zu intensiv angeschaut wird, stößt Guallatiri noch heute warnend Rauch aus.

Thron des Mondes

Cotopaxi
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Auf Platz fünf der höchsten Vulkane rangiert mit 5897 Metern Cotopaxi, einer der formschönsten Berge und aktivsten Vulkane der Welt. Er befindet sich in Equador. Seine Kegelform gilt als ideal. Er steht in einer Gemeinschaft von Vulkanen: Morurcu, Rumiñahui, Quilindaña, Sincholagua, Corazón und Illiniza sind seine Nachbarn.

Der letzte Ausbruch fand 2015 statt. Die andauernden Aktivitäten im Vulkan sind messbar. Dennoch gehört Cotopaxi zu den am meisten bestiegenen Vulkanen Südamerikas.
Von den Inkas wird der Vulkan als heilig angesehen. Sie sehen ihn ihm den Sitz des Mondes. Für die Cayapa-Indianer hingegen ist er der „Hals der Sonne“.

Alexander von Humboldt war der erste, der den Versuch einer Besteigung unternahm. Er kam 1802 bis auf 4500 Meter Höhe. Siebzig Jahre später gelang die Besteigung des Gipfels durch Wilhelm Reiss und Angel Escobar.

Heiliger Berg

Popocatepetl
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In Mexiko steht Platz sechs der Weltrangliste größter Vulkane: Der Popocatepetl weist eine stattliche Höhe von 5462 Metern auf. Er gehört zu den Zwillingsvulkanen. Gleich neben ihm erhebt sich der Iztaccíhuatl.

Der aztekischen Sage nach waren beide ein Liebespaar, das durch Intrigen getrennt wurde. Als Popocatepetl zurückkehrte, war Iztaccíhuatl, die weiße Dame, bereits gestorben. So bestattete er sie auf einem Berg und trauerte dort bis zu seinem eigenen Tode. Die Götter waren so berührt von diesem Schicksal voller Liebe, Treue und Opfersinn, dass sie Iztaccíhuatl in einen Berg und Popocatepetl in einen Vulkan verwandelten. Der Berg ähnelt in der Form einer schlafenden Frau. Steigt vom Popocatepetl Rauch auf, so gilt dies als Zeichen der Wachsamkeit des Jünglings über seine Geliebte, die an seiner Seite ruht. Später siedelten sich auf dem Vulkan mehrere Klöster unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften an.

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Aktiver Riese

Kljutschewskaja Sopka
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Kljutschewskaja Sopka, der größte aktive Vulkan Eurasiens, ist 4750 Meter hoch und schafft es damit auf den siebten Platz der größten Vulkane der Welt. Etwa 8000 Jahre alt ist der Gigant, der zur Gruppe der Vulkane von Kamtschatka gehört. Alle fünf Jahre wird er aktiv und speit bis zu zwanzig Meter hohe Aschewolken. 1788 erfolgte die Erstbesteigung. Heute gibt es drei vulkanologische Stationen am Fuße des Vulkans.

Das Tor zur Unterwelt

Mauna Loa
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Platz acht nimmt Mauna Loa mit 4170 Metern ein. Mitten im Pazifik, auf Big Island, der größten hawaiianischen Insel, erhebt sich der gigantische, aktive Koloss. Der Schildvulkan erstreckt sich über einen Großteil der Inselfläche. Nur ein geringer Teil ist sichtbar. Über 5000 Meter liegen unter dem Meeresspiegel. Die Atmung des Vulkans zeigt sich an mehreren Auswölbungen.

Der Sage nach lebt die Vulkangöttin Pele im Bergmassiv. Vor einem Ausbruch soll sie einen weißen Hund schicken, der die Menschen warnt.

Heiß und kalt

Mount Erebus
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Nummer neun liegt im ewigen Eis der Antarktis: Der Mount Erebus ist 3974 Meter hoch und der südlichste heute noch aktive Vulkan der Erde. Der Schichtvulkan liegt an der Westseite der Ross-Insel im Südpolarmeer.

Der Mount Erberus ist einer der letzten Vulkane, die einen ständigen Lavasee haben.
Entdeckt wurde das Massiv vom britischen Forscher James Clark Ross, nach dem auch die Insel benannt ist. 1841 wurde er Zeuge eines gewaltigen Ausbruchs des Riesen im Eis. Der Gruppe um den legendären Antarktisforscher Ernest Shackleton, der auch Edgeworth David und Douglas Mawson angehörten, gelang 1908 die Erstbesteigung. Im November 1979 ereignete sich ein mysteriöser Flugzeugabsturz am Fuße des Mount Erebus, dessen Ursachen bis heute rätselhaft sind.

Buddhistisch verehrt

Fuji
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Der Fuji liegt auf der japanischen Insel Honshu. Mit seinen 3776,24 Metern ist er der höchste Berg Japans und der zehntgrößte Vulkan der Welt. Er gilt als aktiv. Das Ausbruchsrisiko wird jedoch als gering eingestuft.

Weltbekannt wurde Fuji vor allem durch die künstlerischen Darstellungen, die auch Europa erreichten. Am berühmtesten ist der 1830 von Hokusai geschaffene Farbholzschnitt „Große Welle vor Kanagawa“, die den Fuji im Bildzentrum zeigt. Der Vulkan genoss kultische Verehrung und wurde zum Anziehungspunkt für verschiedene buddhistische Religionsformen. Der Fuji Shinkō umfasst die religiöse Verehrung des Bergs, an den dessen Hängen viele Schreine erbaut wurden.

Es ist daher kein Wunder, dass die erste Besteigung 663 durch einen buddhistischen Mönch erfolgt ist.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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