Die 10 größten Seen der Welt

Die 10 größten Seen der Welt erstrecken sich zusammengenommen über eine Fläche von 809.431 Quadratkilometern. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland. Die riesigen Wasserflächen verteilen sich aber nicht gleichmäßig über den Erdball. Einsamer Spitzenreiter in puncto größter Seen ist Kanada. Unglaubliche zwei Millionen Binnengewässer hat das Land vorzuweisen, vier davon finden sich in unserer Top-Ten-Liste. Auch Tansania taucht in dieser Liste mehrfach auf. Denn Afrikas drei größten Seen grenzen an das ostafrikanische Land. Europa allerdings sucht man in dieser Aufzählung vergeblich. Der russische Ladogasee folgt erst auf Platz 14 der größten Seen der Erde.

Großer Sklavensee (Kanada)

Großer Sklavensee
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Im Norden Kanadas liegt der Große Sklavensee. Mit einer Ausdehnung von 28.568 Quadratkilometern hat er es gerade noch in die größte Seen – Top Ten geschafft. Seine tiefste Stelle ist 614 Meter von der Wasseroberfläche entfernt. Das macht den Großen Sklavensee zum tiefsten See Nordamerikas, auch wenn das Gewässer durchschnittlich nur 41 Meter tief ist. Denn neben den extremen Tiefen weist der See zahlreiche zehr flache Stellen auf. Anders als der deutsche Name vermuten lässt, hat der Große Sklavensee nichts mit Sklaverei zu tun. Es handelt sich schlicht um einen Übersetzungsfehler.

Der englische Name lautet „Great Slave Lake“ und geht auf ein Indianervolk zurück, das früher in der Gegend siedelte. Phonetisch klang der Name des Stammes wie das englische „slave“ – „Sklave“. Um Irritationen und falsche Interpretationen zu vermeiden, benannte man den Stamm später in „Slavey“ um. Der Name des Sees aber blieb erhalten. Auch ein Zufluss des Großen Sklavensees, der „Slave River“, behielt seinen missverständlichen Namen.

Malawisee (Tansania, Malawi, Mosambik)

Malawisee
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Der britische Entdecker David Livingstone nannte den Malawisee aufgrund seines enormen Fischreichtums „See der Sterne“. 1859 bewunderte er als erster Europäer die vor Fischleibern funkelnde Wasseroberfläche des drittgrößten Sees Afrikas. Bis zu eintausend Arten tummeln sich in seinem klaren Wasser. Kein anderer See der Welt beherbergt mehr unterschiedliche Fischarten. Hier leben allein weit über 450 verschiedene Buntbarsche. Die meisten von ihnen kommen nur im Malawisee vor. Das Gewässer liegt im Dreiländereck zwischen Tansania, Mosambik, Malawi und ist dank seiner traumhaften Sandstrände eines der touristischen Zentren Afrikas. Auch erdgeschichtlich kann der See mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Er führt seit mehr als einer Million Jahre ununterbrochen Wasser und zählt damit zu den wenigen Langzeitseen der Welt.

Großer Bärensee (Kanada)

Großer Baerensee
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Der größte See der kanadischen Nordwest-Territorien liegt am Polarkreis und ist die meiste Zeit des Jahres von Eis bedeckt. Nur wenige Menschen leben an seinen kalten Ufern. Nachdem die Minenstadt Port Radium und einige Trapper-Siedlungen im Laufe der Zeit aufgegeben wurden, ist das 650-Einwohner-Städtchen Déline heute die einzige größere Siedlung in unmittelbarer Nähe des Gewässers. Bis in die 1980er Jahre waren Silber- und Uranminen die Haupteinnahmequelle der Bewohner der östlichen Ansiedlungen. Das dort geförderte Uran wurde im 2. Weltkrieg zum Bau der ersten amerikanischen Atombomben verwendet. Der Große Bärensee verzweigt sich in mehrere Armen. Den Hauptteil bildet der McTavish-Arm. Er verläuft zwischen der Halbinsel Ehdacho und Port Radium. Déline liegt am südwestlichen Keith-Arm, dort befindet sich auch der Abfluss des Sees, der Große Bärenfluss.

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Baikalsee (Russland)

Baikalsee
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Der Baikalsee ist der älteste und mit 1642 Metern auch der tiefste Süßwassersee der Welt. Seit rund 25 Millionen Jahren prägt der See seine Umwelt im Herzen Sibiriens. 336 Zuflüsse speisen den 31.722 Quadratkilometer großen See, der jedes Jahr um etwa zwei Zentimeter wächst. Den Einheimischen gilt die „Perle Sibiriens“ als magischer Ort und verkörpern ihrer sibirischen Seelen. Der See bildet den Mittelpunkt eines paradiesischen Stücks Natur mit klarem Wasser und einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt. Als einziger See der Erde besitzt das Wasser des Baikalsees Trinkwasserqualität. 1996 nahm die UNESCO den See und die Baikalregion in die Liste des Weltnaturerbes auf. Den Namen „Baikal“ verdankt der See einem einst dort ansässigen Mongolenstamm. Wörtlich übersetzt bedeutet er „der reiche See“.

Tanganjikasee (Tansania, Kongo, Sambia, Burundi)

Tanganjikasee
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Der zweitgrößte Süßwassersee der Welt liegt in Ostafrika. Er beinhaltet rund 17 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde und ist von überlebenswichtiger Bedeutung für Millionen von Menschen. Der Tanganjikasee grenzt an die Staaten Tansania, Kongo, Sambia und Burundi. Mit seinen 673 Kilometern Länge ist er der längste See der Welt. Die Gesamtfläche von knapp 33.000 Quadratkilometern entspricht fast der Größe Nordrhein-Westfalens. Mit seinem Fischreichtum ernährt der See seit jeher bis zu einer Million Menschen. Allein 45.000 Menschen leben in den Regionen rund um den See unmittelbar vom Fischfang. Obwohl das Gewässer an der Oberfläche reich an Fischen und Krustentieren ist, findet sich unterhalb von 200 Metern kein höheres Leben im See. Aufgrund der fehlenden Umwälzung mangelt es in den tieferen Wasserschichten ganz einfach an Sauerstoff.

Michigansee (USA)

Michigansee
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Der Michigansee ist der einzige der fünf großen Seen Nordamerikas, der komplett auf dem Staatsgebiet der USA liegt. Der See ist so groß, dass sich die Gezeiten deutlich bemerkbar machen. Etwa 12 Millionen Menschen wohnen rund um das riesige Gewässer. Unter seinem Südwestzipfel breitet sich Chicago aus, die drittgrößte Stadt der USA. Mit nur 85 Metern Tiefe gehört er zu den flachen Gewässern unter den großen Seen. Dafür beeindruckt er mit einer Breite von 190 Kilometern und einer Länge von 494 Kilometern. Fossiliensucher finden an den Ufern des Michigansees häufig die einzigartigen Petoskey Steine. Das sind versteinerte Korallenskelette, die es nur hier gibt. Mit ihrem charakteristischen, wabenförmigen Muster sind Petoskeys unverwechselbare und heiß begehrte Souvenirs vom Michigansee.

Huronsee (USA, Kanada)

Huronsee
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Auch der Huronsee zählt zu den fünf großen Seen Nordamerikas. Mitten durch das Gewässer zieht sich die Staatsgrenze zwischen den USA und Kanada. Die acht Kilometer breite Mackinacstraße (engl. „Straits of Mackinac“) verbindet den 59.596 Quadratkilometer großen Huronsee mit dem nur etwas kleineren Michigansee. Einige Forscher gehen deshalb davon aus, dass es sich nicht um zwei Gewässer handelt, sondern Huronsee und Michigansee zusammen einen einzigen Riesensee bilden. Im kanadischen Gebiet des Huronsees liegt die größte Binnenseeinsel der Welt, Manitoulin. Die Insellage zog offenbar schon immer Bewohner an. Bereits vor 10.000 Jahren, das zeigen archäologische Funde, siedelten Menschen auf der Insel. Heute hat sie über 10.000 Einwohner.

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Victoriasee (Kenia, Tansania, Uganda)

Victoriasee
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Der Victoriasee erstreckt sich über die Länder Kenia, Tansania und Uganda. Entlang seinen Ufern leben etwa 30 Millionen Menschen. Auch immer mehr Touristen entdecken den See für sich. Insbesondere einige der zahlreichen Inseln gelten als Paradiese für Angler und Naturliebhaber. Seit Jahren hat der See aber mit großen Umweltproblemen zu kämpfen. Überfischung, Eutrophierung und die fortschreitende Zerstörung der Uferregionen setzen dem 68.894 Quadratkilometer großen See stark zu. So stark, dass der Global Nature Fund 2005 den See zum „bedrohten See des Jahres“ erklärte. Seinen Namen erhielt der Victoriasee von dem Afrikareisenden John Hanning Speke. 1858 entdeckte der britische Forscher den riesigen Süßwassersee für Europa und benannte ihn nach seiner Königin Victoria.

Oberer See (USA, Kanada)

Oberer See
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Der größte der fünf großen Seen Nordamerikas und mit einer Ausdehnung von 82.414 Quadratkilometern gleichzeitig zweitgrößter See der Erde ist der Obere See (engl. „Lake Superior“, frz. „Lac Supérieur“). Die Staatsgrenze zwischen Kanada und den USA unterteilt auch dieses Gewässer in einen kanadischen und US-amerikanischen Teil. Er gilt als der sauberste der „Great Lakes“ und wird von über 200 Zuflüssen gespeist. Unter ihnen der White River und der Pigeon River. Über den Saint Marys River ist der Obere See direkt mit dem Huronsee verbunden. Damit ist er Teil des gigantischen Wassergefüges der großen Seen. Zwar ist der Baikalsee, was das Volumen angeht, der größte Süßwassersee der Erde, flächenmäßig macht jedoch der Obere See das Rennen. Seine maximale Tiefe beträgt lediglich 406 Meter, gerade ein Viertel der Tiefe des Baikalsees, dafür ist seine Fläche mehr als doppelt so groß.

Kaspisches Meer (Aserbaidschan, Russland, Kasachstan, Turkmenistan, Iran)

Kaspisches Meer
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Der mit Abstand größte See der Welt ist das Kaspische Meer. Es liegt in Westasien, an der Grenze zu Osteuropa. Gleich fünf Länder teilen sich den gigantischen Salzsee, der fast fünfmal größer ist, als der zweitgrößte See der Erde: Aserbaidschan, Russland, Kasachstan, Turkmenistan und Iran. Das Kaspische Meer entstand vor etwa fünf Millionen Jahren, als der Urzeit Ozean Paratethys in verschiedene Teile zerfiel. Eines dieser Becken wurde zum heutigen Kaspischen Meer, drei weitere zum Schwarzen Meer, zum Balatonsee und zum Aralsee. Wobei die Wassermassen des Kaspischen Meeres mit einer geschätzten Fläche von 386.400 Quadratkilometern die bei Weitem größte Fläche bedecken. Diese unvorstellbare Größe bekommt ein Gesicht, wenn man sich vorstellt, dass der Bodensee bequem 650 mal ins Kaspische Meer passen würde.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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