Die 5 größten Katastrophen der modernen Menschheitsgeschichte

In den vergangenen 100 Jahren ereigneten sich auf der ganzen Welt Katastrophen ungeheuren Ausmaßes. Dabei spielten häufig menschliche Irrtümer, Unwissenheit oder folgenschwere Tragödien eine Rolle. Heute Die 5 größten dramatischen Ereignisse der modernen Menschheitsgeschichte

Tragödie am Himmel von Lakehurst – LZ 129 Hindenburg

LZ 129 Hindenburg
Credit: commons.wikimedia.org

Der erste Zeppelin, der über Dieselmotoren verfügte, war zugleich das größte Luftfahrzeug aller Zeiten: das Luftschiff LZ 129 Hindenburg. Als der Zeppelin 1936 seinen Jungfernflug antrat, ahnte niemand, wie tragisch das Schiff enden würde. Lediglich ein Jahr und zwei Monate später, am 6. Mai 1937, entzündete sich ein Teil des Traggases Wasserstoff bei einem Landemanöver im nordamerikanischen Lakehurst (Bundesstaat New Jersey).

Die Tragödie, die kaum eine Minute dauerte, kostete über 35 Menschen das Leben. Besonders tragisch: Die LZ 129 Hindenburg war eigentlich für den Einsatz von nicht brennbarem Helium als Traggas konzipiert. Dieser Plan scheiterte jedoch, da es Helium in den 30er Jahren ausschließlich in den USA gab.

Die schwerste Umweltkatastrophe der Geschichte – Ölplattform Deepwater Horizon

Oelplattform Deepwater Horizon
Credit: commons.wikimedia.org

Ölkatastrophen haben verheerende Auswirkungen auf die Umwelt. Das zeigte die Ölbohrplattform Deepwater Horizon am 20. April 2010, als sie im Golf von Mexiko, südlich von Louisiana, explodierte. Die schwere Umweltkatastrophe, bei der geschätzt etwa 800 Millionen Liter Erdöl die Meeresflora- und –Fauna belastete, ereignete sich aufgrund zahlreicher, schwerer Versäumnisse.

Die Plattform geriet aufgrund diverser Fehler seitens der Verantwortlichen, allen voran das Unternehmen BP, zuerst in Brand, ehe sie im Meer versank. Das Unglück kostete elf Mitarbeitern das Leben. Fünf Jahre später spülten Strömungen und Stürme weiterhin Teer an die Küsten und Strände. Zahllose Tiere starben infolge der Ölpest.

Die folgenschwere Brückendynamik – Tacoma-Narrows-Brücke

Tacoma-Narrows-Brücke
Credit: commons.wikimedia.org

Der Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke im Jahr 1940 war der Auslöser dafür, fortan Brücken vor dem Bau als Modell im Windkanal zu testen. Das Unglück kostete glücklicherweise keine Menschenleben. Jedoch erlangte die Brücke eine traurige Berühmtheit aufgrund des Einsturzes nach lediglich vier Monaten. Was geschah damals?

Auch interessant:  Die 10 teuersten Autos

Die Brücke zeichnete sich aufgrund ihrer schlanken und langen Bauweise durch ein geringes Gewicht aus. Dieses Gewicht wurde dem Bauwerk gleichzeitig zum Verhängnis. Die Tacoma-Narrows-Brücke erlangte schon bald Bekanntheit aufgrund des Spitznamens, den die Menschen ihr gaben. Die Galloping Gertie war nicht sonderlich steif konstruiert. Schon kleine Windböen sorgten für signifikante Bewegungen der Brücke. Die Brücke geriet schnell in Schwingungen, wobei sich eine Resonanz entwickelte, sodass die Schwingungen zunehmend stärker wurden.

Am Tag des Unglücks, dem 7. Januar 1940 traf ein Starkwind die Brücke. Die Tacoma-Narrows-Brücke schwang eine Dreiviertelstunde lang bei einer vorherrschenden Windgeschwindigkeit der Stärke 8. Dies führte zu einem Reißen der Seile und schlussendlich dem Einsturz der Fahrbahn mitsamt des schmalen Gehweges. Ein Auto sowie ein Hund stürzten in den Fluss Tacoma Narrow.

Das ignorierte Risiko – St.-Francis-Talsperre

St.-Francis-Talsperre
Credit: commons.wikimedia.org

Nahe Los Angeles im nordamerikanischen Bundesstaat Kalifornien ereignete sich am 12. März 1928 eine schwere Katastrophe. Los Angeles war eine schnell wachsende Stadt. Dementsprechend benötigten die Menschen ab 1920 mehr Wasser. Das zog das Anlegen mehrerer Stauseen nach sich. Der verantwortliche Bauingenieur für die St.-Francis-Talsperre, William Mulholland, inspizierte 1911 den nahegelegenen San Francisquito Canyon für eine Talsperre.

Der Bau sollte die Wasserzufuhr für Los Angeles auch in Dürrezeiten sicherstellen. Mulholland begann 1924 mit dem Bau. Zunächst sollte die Staumauer 53 Meter hoch sein. Er entschied mehrmals während der Bauphase, die Mauer jeweils drei Meter höher zu ziehen. Normalerweise nutzen solche Staumauern ihr Eigengewicht, um trotz der Wassermassen stabil zu stehen. Im Fall der St.-Francis-Staumauer erfolgten die Veränderungen der Mauerhöhe, ohne dass die Breite angepasst wurde. Zusätzlich entdeckte der Staumeister Tony Harnischfeger in den folgenden Jahren immer wieder neue Risse im Beton.

Auch interessant:  Bungee-Jump in einen aktiven Vulkan

Mulholland unternahm nichts mit der Begründung, dass alle Betonmauern mit der Zeit Risse bekämen. Als die Staumauer 1928 brach, waren seit der letzten Inspizierung durch Mulholland knapp 12 Stunden vergangen. Die Flutwelle mit insgesamt 45 Millionen Kubikmetern Wasser zerstörte ein Wasserkraftwerk und tötete zwischen 550 und 600 Menschen.

Shuttlestart mit Folgen – Challenger

Challenger
Credit: commons.wikimedia.org

Eines der schwersten Unglücke der Raumfahrtgeschichte der USA ereignete sich am 28. Januar 1986. Die NASA-Mission STS-51-L sollte mit dem Space Shuttle Challenger erfolgen. Das Shuttle zerbrach kurz nach dem Start, wodurch sämtliche sieben Besatzungsmitglieder – darunter eine Lehrerin – starben. Ursprünglich diente die Mission der Beobachtung eines Kometen.

Im Nachhinein ergaben Nachforschungen, dass die Dichtungen aufgrund der außergewöhnlichen nächtlichen Kälte an Elastizität einbüßten und porös wurden. Als das Shuttle startete, gelangten heiße Gase hinaus. Einer kleinen Flamme folgte ein Feuer am Boden des Tanks und die gesamte Raumfähre zerbrach nach 74,587 Sekunden und in rund 16 Kilometern Höhe in sämtliche Teile.

Dieser schwere Unfall zog mehrere Maßnahmen nach sich: Sämtliche Shuttles blieben mehrere Jahre lang auf der Erde und wurden neu angepasst. Zudem veränderte die NASA die organisatorischen Abläufe in der Kommunikationsstruktur und ließ erst im Jahr 2007 erneut eine Zivilistin mit ins All fliegen.