Die 5 größten Explosionen der Menschheitsgeschichte

Vom Urknall bis zum Minor-Scale-Test: Die fünf größten Explosionen der Menschheitsgeschichte

Wer an Explosionen denkt, hat unweigerlich die fürchterlichen Fotografien der Atombombenabwürfe von Nagasaki oder Hiroshima im Kopf. So schrecklich ihre Konsequenzen für die Bewohner waren, so überraschend ist es, dass es sich bei diesen Abwürfen keinesfalls um die größten Explosionen handelt. Heute, die 5 größten Explosionen der Menschheitsgeschichte 

Ursprung des Universums und allen Lebens: Der Urknall

urknall
Eugen Domentean/Shutterstock.com

Kosmologen definieren den gewaltigen Urknall seit der legendären Urknall-Theorie von Georges Lemaitre im Jahr 1931 als den Anbeginn des Universums. Entsprechend aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse fand der allgemein bekannte „Big Bang“ vor circa 13,8 Milliarden Jahren statt. Aus einer Singularität heraus entwickelten sich rasant Materie, Raum und Zeit. Der Zeitpunkt des Urknalls ist definiert, indem diese Entwicklung bis zum Ausgangspunkt verfolgt wird, an dem die Allgemeine Relativitätstheorie nicht mehr greift, da die Dichte unendlich wird. Bis heute verfolgen Physiker auf der ganzen Welt den Urknall nach und versuchen, neue Erkenntnisse zu ihm zu gewinnen, die die Geburt unseres Universums erklären. Man darf gespannt sein, welche Theorien sie fortan noch entwickeln werden. Jedenfalls gilt der Urknall bis heute als der gewaltigste und sagenumwobenste Knall der Geschichte.

Dramatische Ausdünnung der Menschheit: Die Toba-Katastrophe

Toba Katastrophe
NASA (commons.wikimedia.org)

1998 publizierte Stanley Ambrose eine bis heute umstrittene These: Vor circa 73.880 Jahren habe der Vulkan Toba auf der indonesischen Insel Sumatra aufgrund einer extremen Eruption weite Teile der Menschheit vernichtet. Die Auswirkung der Eruption, der eine Kraft von knapp einer Gigatonne TNT zugeschrieben wird, war derart stark gewesen, dass das globale Klima rapide Temperaturverluste verzeichnete. Eine vorübergehende Eiszeit setzte ein und dünnte die Menschheit aus. Gleichsam wird dieser Moment von Anhängern der Theorie als Zeugnis für die Artverwandtschaft der heutigen Menschheit erachtet. Nachdem verschiedene Populationen in dieser Zeit ausstarben, habe eine neue Bevölkerung der Erde eingesetzt. Dies könne auch das Argument unterstützen, dass der homo sapiens aus Afrika heraus die Welt bevölkert habe. Aufgrund zahlreicher widersprechender Studien ist die Toba-Katastrophentheorie allerdings in Fachkreisen äußerst umstritten.

Bravo, Romeo, Koon, Union, Yankee & Nectar: Operation Castle

Castle Romeo
United States Department of Energy (commons.wikimedia.org)

Bravo gilt hierzulande als gefeiertes Jugendmagazin. Auf der ganzen Welt fürchten sich allerdings seit dem 01. März 1954 Menschen vor Bravo. Bravo war nämlich auch ein Atomwaffen-Test, der die sogenannte Operation Castle eröffnete, welche die Vereinigten Staaten von Amerika durchführten. Insgesamt sechs oberirdische Wasserstoffbomben-Tests erschütterten das Bikini-Atoll im Pazifik. Die zahlreichen Fotografien, die während der Tests aufgenommen wurden, sorgen bis heute für Schaudern. Zwischen März und Mai 1954 wurden insgesamt sechs in ihrer Kraft reichlich unterschätzte Tests mit einer maximalen Sprengkraft von bis zu 15 MT durchgeführt. Bravo, Romeo, Koon, Union, Yankee und Nectar mögen somit harmlos klingen, sind allerdings teuflische Vorreiter möglicher Atomwaffen-Abwürfe in der Zukunft. Die Tests wurden genutzt, um Kernwaffen und bestimmte Einzelteile wie etwa Alarm-Clock-Devices zu überprüfen. Der stärkste Test, Bravo, kreierte eine 40 Kilometer hohe und im Durchmesser 100 Kilometer fassende Pilzwolke. Der durch die Explosion entstandene Krater hatte einen Radius von einem Kilometer.

Die größte vom Menschen geschaffene Explosion: AN602

Zar Bombe
Bourrichon (commons.wikimedia.org)

Die stärkste Wasserstoffbombe aller Zeiten kam allerdings erst etwas mehr als sieben Jahre später zur Explosion. Auf der Insel Nowaja Semlja in der damaligen Sowjetunion explodierte gegen Mittag des 30. Oktobers 1961 die AN602-Bombe. Sie trug den Decknamen Wanja, ist in vielen Teilen der Welt heute allerdings nur noch als Zar-Bombe bekannt. Mit 27 Tonnen Gewicht erreichte die Bombe eine unvorstellbare Sprengkraft von 50 bis 60 MT. Die Kraft der Zerstörung konnte so weit wirken, dass damit beispielsweise der gesamte Pariser Großraum hätte zerstört werden können. Damit war sie knapp dreimal so stark wie die oben erwähnte amerikanische Bravo und erstaunliche 4000-mal stärker als die auf Hiroshima abgeworfene Atombombe Little Boy. Heute ist ein maßstabgerechtes Modell der AN602 im Sarower Atombombenmuseum anzutreffen. Auch der für den Abwurf genutzte Tu-95-Bomber, ist ausgestellt und kann im Museum der Luftstreitkräfte begutachtet werden.

Analyse der Druck- und Hitzeauswirkungen von Kernwaffen: Projekt Minor Scale

minor scale
U.S. military (commons.wikimedia.org)

Die jüngste der fünf vorgestellten Explosionen fand erst kurz vor der Jahrtausendwende im Juni 1985 im US-amerikanischen New Mexico auf der White Sands Missile Range statt. Der sogenannte Minor-Scale-Test hatte es zum Ziel, Erkenntnisse über die Druck- und Hitzeauswirkungen von Kernwaffen zu gewinnen. Da zum damaligen Zeitpunkt unter anderem die Midgetman-Interkontinentalraketen von Seiten des amerikanischen Militärs erprobt wurden, sollte der Test vor allem dazu dienen, die dabei verwendeten Materialien auf ihre Robustheit hin zu testen. Knapp 4.250 ANFO detonierten, eine gewaltige geplante Explosion war die Folge. Minor Scale gilt bis heute als die größte künstliche, nicht-nukleare Explosion der Menschheitshistorie.

 

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