Die 10 sonderbarsten Tiere, die in der Arktis und Antarktis leben

Der Nordpol, also die Arktis und der Südpol, die Antarktis. Denken wir daran, kommen den meisten Menschen zunächst Polarbären und Pinguine in den Sinn. Doch schon beim Zuordnen, welches der beiden Tiere nun auf der Nordhalbkugel und welches im Süden lebt, geraten wir gerne ins Strudeln. Was Ihr bisher sicher noch gar nicht wusstest: Sowohl der Eisbär am Nordpol und auch die Pinguine in der Antarktis haben einige recht merkwürdige Mitbewohner. Die zehn skurrilsten und sonderbarsten Geschöpfe, die sich dort zwischen gefrorenen Meeren und Eislandschaften tummeln, sind hier für euch zusammengetragen.

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Antarktis – Bild: Stu Shaw/Shutterstock.com

Der Koloss-Kalmar

Lange galt er als Legende und Sichtungen von Seefahrern wurden als Seemannsgarn abgetan. Doch der Koloss-Kalmar existiert. Er lebt in der Antarktis und ist eine imposante Erscheinung, die bizarr und faszinierend zugleich ist. Seine riesigen Augen haben das Ausmass eines Esstellers und er ist bewaffnet mit acht kürzeren Fangarmen und zwei langen Tentakeln, die in spitzen Krallen enden. Die Legende des eisigen Meeres jagt damit seine Beute und ist dabei nicht wählerisch. Er verzehrt Fische, Schalentiere und macht auch vor Artgenossen keinen Halt. Mit einer Gesamtlänge von bis zu vierzehn Metern und einem Gewicht von über 400 Kilogramm macht er die Gewässer am Südpol unsicher und weiß sich dennoch so gut zu verstecken, dass es Menschen bisher nur selten gelungen ist, den Giganten zu fangen. Kein Wunder also, dass sein Mythos schon in den klassischen Erzählungen von Jules Verne und Herman Melville für Schrecken sorgt.

Die Scheibenbäuche

Hübsch anzusehen sind die kleinen Scheibenbäuche wahrlich nicht. Die Mini-Fische sind schleimig, haben eine schuppenlose Haut und ähneln auch äußerlich einer Schnecke. Auch sie leben in der Antarktis und sind sogar sehr verbreitet dort. Ungefähr jeder dritte Fisch im Südpolarmeer ist ein Scheibenbauch, zu deren Fischfamilie an die 400 verschiedene Arten gehören. Einige von ihnen sind in der Tat etwas größer und erreichen eine Länge von siebzig Zentimetern. Dafür werden andere nur an die vier Zentimeter lang. Wie Kaulquappen bewegen sie sich durch die kalten Gewässer und ernähren sich dort von Flohkrebsen. Klein aber oho! – kann über die glitschigen Gesellen durchaus gesagt werden, denn sie können unfassbare Tiefen im Meer erreichen. Nach heutigem Kenntnisstand sind sie sogar Rekordhalter! In 8178 Metern Meerestiefe haben japanische Forscher einen Scheibenbauch gefilmt. Das ist der tiefste dokumentierte Wert überhaupt! Viel tiefer kann ein Fisch gar nicht weiter ins Meer vordringen. Es würde ihn förmlich töten, weil eine osmotische Reaktion einsetzen und Meerwasser in die Zellen der kleinen Wunderfische eindringen würde.

Die Hoff-Krabbe

Ganz in der Nähe der Antarktis wurde erst 2010 eine sehr ungewöhnliche Krebsart entdeckt. In den Tiefen des südlichen Atlantiks lebt die Hoff-Krabbe. Wer bei The Hoff an einen properen Rettungsschwimmer mit üppiger Brustbehaarung denkt, ist schon auf der richtigen Fährte. Das sonderliche Wesen wurde in der Tat nach David Hasselhoff benannt, weil es ebenfalls eine haarige Brust hat. Allerdings keineswegs aus ästhetischen Gründen. Die Hoff-Krabbe ernährt sich von Bakterien und die gedeihen in dieser speziellen Haarpracht. Ob das bei Hasselhoff auch so ist, ist nicht bekannt… Jedenfalls lebt die Krabbe in großen Kolonien und weil sie ihre Nahrung quasi auf dem eigenen Körper züchtet, ist sie nicht darauf angewiesen, dass sich andere Tiere in ihren ungewöhnlichen Lebensraum verirren. In 2000 Metern Tiefe besiedeln die Hoff-Krabben heiße Quellen, die auch die Bakterienkulturen auf ihnen wachsen lassen. Ihr Leben in der Tiefsee ist auch der Grund, warum es schwierig ist, dieses merkwürdige Geschöpf genauer zu erforschen.

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Der Eulagisca gigantea

In den tiefen Gewässern der Antarktis haust noch ein weiterer gruseliger Geselle. Der Eulagisca gigantea ist ein Wurm – aber nicht irgendeiner. Wie sein Name vermuten lässt ist er gigantisch. Rollt er sich zusammen hat er immer noch die Größe eines Basketballs und er hat ein riesiges Maul, das er sogar nach vorne ausstülpen kann. In graubrauner Farbe und mit einen aus 40 Segmenten bestehenden 20 cm langen Körper schwimmt er durch das Südpolarmeer. Sein Erscheinungsbild könnte Hollywood nicht besser erfinden und in der Tat ist eine Ähnlichkeit mit den Raketenwürmern aus dem Horrorstreifen Tremors nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Auf Grund seiner Kiefergröße wird der grausige Wurm als Fleischfresser eingestuft, doch über seine Ernährung ist nichts weiter bekannt. Wenn Ihr Horrorfilm-geschädigt seid, dann sagt Ihr vielleicht Ist auch besser so…

Der Grönlandhai

In der Arktis lebt der geheimnisvolle Grönlandhai. Mit stoischer Ruhe schwimmt er durch das Nordpolarmeer und zeigt sich nur selten den Menschen. Nur im Winter kommt er vereinzelt an die Wasseroberfläche, ansonsten gleitet er durch die eiskalten Tiefen – und das langsam, anmutig und vor allem schon sehr lange. Denn das Geheimnis, welches der Grönlandhai verbirgt, ist das unfassbar lange Leben. Er wird über 400 Jahre alt! Wie schafft es dieses bis zu acht Meter lang werdende Geschöpf nur, so alt zu werden? Was ist das Rezept für ein so langes Leben? Vermutlich sind seine Langsamkeit und die Gelassenheit, die das Tier ausstrahlt wichtige Faktoren. Er entwickelt sich und wächst vom Anfang seines Lebens sehr langsam. Mehr noch: Je älter der Grönlandhai wird, desto langsamer wächst er. Und die Weibchen werden erst auch mit 150 Jahren geschlechtsreif. Dazu kommt der Faktor, dass der gesamte Organismus und Stoffwechsel des sich von Robben und Fischen ernährenden Grönlandhais auf Sparflamme fährt. Dies ist der eisigen Umgebung geschuldet, in der er lebt und jagt. Wollen wir als Menschen also auch so alt werden und nehmen uns den Grönlandhai zum Vorbild, dann sollten wir dem Leben mit mehr Gelassenheit begegnen – und an den Nordpol ziehen …

Die Antarktisfische

Nördlich der Antarktis im kältesten Meer überhaupt leben und überleben die erstaunlichen Antarktisfische. Das Wasser hier hat einen sehr hohen Salzgehalt und friert erst bei minus zwei Grad Celsius. Wie können die Fische im Südpolarmeer existieren? Die Antwort ist sehr faszinierend. Die Antarktisfische produzieren in ihren Körpern ein natürliches Frostschutzmittel. Sie haben sich bereits vor Millionen von Jahren an diesen speziellen Lebensraum angepasst und schaffen es durch ihre besonderen Anti-Frost-Proteine bei Temperaturen nahe des Gefrierpunktes zu überleben. Ganz so reibungslos funktioniert das allerdings nicht. Denn in den Blutbahnen der kleinen Eisfische entstehen kleine Eiskristalle. Erwartungsgemäß sollten diese Ansammlungen von Eis im Körper dazu führen, dass Entzünden ausgelöst und die Gefäße beschädigt werden. Doch bewiesen wurde das bislang nicht. Wie die Antarktisfische mit den schädlichen Eiskristallen fertig werden ist also ein weiteres geheimnisvolles Rätsel der rauen antarktischen Natur.

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Gigantische Seespinnen

In den eisigen Tiefen des Südpolarmeeres hat sich auf Grund der Temperaturen unter dem eigentlichen Gefrierpunkt (das Wasser friert wegen des Salzgehaltes nicht, siehe oben) ein sehr spezielles Leben und eine faszinierende Fauna entwickelt. Es wird von geheimnisvollen und bizarren Lebensformen bevölkert, die merkwürdigen Naturgesetzen folgen. So wird der Gigantismus beschrieben, bei dem beobachtet wurde: Je tiefer in das Meer vorgedrungen wird, desto größer werden die Lebewesen. Forscher entdeckten auf Tauch-Expeditionen skurrile gigantische Seespinnen, die die Größe eines Servier-Tellers aufwiesen. Auch riesige Seeschnecken und Qualen mit sechs Meter langen Tentakeln wurden in den eiskalten Meeren gesichtet. Eine einzigartige Vielfalt, die durch den Klimawandel immer mehr bedroht wird. Durch die stetige Erwärmung des Wassers kommen andere Tiere immer näher. Diese Tiere könnten in den eisigen Temperaturen niemals überleben, doch durch das wärmer werdende Wasser werden sie eine Gefahr werden für die einzigartige antarktische Lebensvielfalt. Andere Tiere bedeuten nämlich auch neue Fressfeinde und ein Lebensraum wird langsam aber unaufhaltsam zerstört werden…

Der Narwal

In der Nähe des Packeises im Arktischen Ozean lebt das Einhorn des Meeres: Der Narwal. Ein bis zu fünf Meter großes Säugetier mit einem am Kopf befindlichen zwei Meter langen Elfenbein-Stoßzahn, der es wie ein Fabelwesen aussehen lässt. Mit einer dicken Fettschicht unter der Haut ausgerüstet, strotzen sie der sibirischen Kälte und ernähren sich von allerlei Fischen und verschiedenen Krebsen, die sie regelrecht durch Sogwirkung einsaugen. Auch die Erforschung dieses faszinierenden Tieres erweist sich auf Grund des gefährlich kalten Lebensraumes für den Menschen als schwierig. So ist noch nicht wirklich geklärt, was der genaue Sinn des imposanten Merkmals am Kopf des Narwals eigentlich ist. Ist es ein Dominanzmerkmal ähnlich einem Geweih? Möglicherweise ein Sinnesorgan? Vereinzelt wurde jedenfalls beobachtet, dass sich der Narwal mit dem Stoßzahn durchaus zu helfen wusste, wenn sie eine Eisdecke durchbrechen mussten. Eine zufrierende Wasseroberfläche stellt für die Meeressäuger die größte Gefahr für ihr Leben dar – neben dem Menschen. Das Elfenbein des Stoßzahns ist genau wie das Fleisch der Narwale bei Jägern äußerst begehrt…

Antarktischer Krill

In den frostigen Gewässern der Antarktis lebt ein zunächst scheinbar wenig interessantes Krebstier: Der Antarktische Krill. Doch für das einzigartige Ökosystem der Antarktis ist das in riesigen Schwärmen lebende wirbellose Kleintier unersetzbar. Zum einen ist es die Hauptnahrungsquelle und der Proteinlieferant für zahlreiche Fische, Vögel und Robben. Zum anderen ernährt der Krill sich selbst von Plankton und Flohkrebsen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Erhalt einer faszinierenden Eiswelt.

Riesige Seespinnen

Ja, in den Eiswelten des Nord-und Südpols gibt es recht sonderbare Wesen. In den tiefen Gewässers der Antarktis wurden riesige Seespinnen mit gruselig langen Beinen gesichtet. Genauso außergewöhnlich wie das Artenreichtum in der antarktischen Welt ist auch das Kreislaufsystem und der bizarre Organismus der furchteinflössenden und gigantischen Seespinne. Ihre Fortpflanzungsorgane und ihre Gedärme befinden sich nämlich in den langen dürren Beinen. Und ihr Blut pumpen sie nicht mit dem schwachen Herz, sondern mit ihrem Verdauungssystem durch den grausig-riesigen Körper. Sie nehmen Nahrung auf, indem sie ihre Rüssel in Weichtiere stecken und ihre Opfer todbringend von innen aussaugen. Besser hätte kein Horror-Autor eine unheimliche Kreatur erschaffen können. Die Riesige Seespinne – fasst wie aus einer anderen Welt…

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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