5 verbotene Orte, die nur wenige Menschen betreten dürfen

„Verbotene Orte“ gibt es viele. Sie befinden sich oft in entlegenen Gebieten, manchmal unter der Erde, nicht selten auf Inseln und mitunter sind ganze Inseln nicht öffentlich zugänglich. Das weckt unsere Neugier und beflügelt unsere Phantasie. Was ist der Grund für die Verbote, was soll vor anderen geschützt werden und woran arbeiten die Menschen dort? Die meisten verbotenen Orte werden bewacht, gehütet und gepflegt, nur wenige werden dem Verfall preisgegeben, eines aber ist bei allen gemeinsam: Sie sind hochinteressant und faszinierend. Heute, 5 Orte, die nur wenige Menschen betreten dürfen

5 Varosha

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Yolanda Demetriou (commons.wikimedia.org)

Varosha ist ein Vorort der Stadt Famagusta auf Zypern. Er wurde in den 1950ern mehrheitlich von zypriotischen Griechen besiedelt und etablierte sich während der 1960er als Zentrum des Fremdenverkehrs auf der Mittelmeerinsel. Mehr als einhundert Hotels – vorwiegend Hochhäuser – mit rund 10.000 Gästebetten entstanden hier auf einem schmalen Streifen am Meer. Als 1974 die türkische Invasion einsetzte und die griechischen Bewohner fliehen mussten, befanden sich viele Projekte noch im Bau. Varosha wurde kurzerhand zum militärischen Sperrgebiet erklärt und daran hat sich bis heute nichts geändert. Bisherige Verhandlungen über die Rückgabe scheiterten, der Ort bleibt verlassen und verfällt. Stacheldraht verhindert den Zutritt und diverse Verbotsschilder fungieren als Abschreckung. In Varosha ist es gespenstisch still, der schöne Sandstrand ist verwaist, außerhalb der Zone herrscht alltägliche Betriebsamkeit und der Tourismus blüht. Die Gegensätze sind kurios und bedrückend.

4 Ni’ihau

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Polihale at English Wikipedia

Die kleine Insel Ni’ihau gehört zu Hawai‘i, liegt im Nordwesten der Inselkette nahe Kaua’i und befindet sich in Privatbesitz. Etwa 150 bis 200 Menschen leben hier, der Name der Besitzerfamilie lautet bezeichnenderweise „Robinson“. Die Robinsons haben die Insel im 19. Jahrhundert erworben und schotten sich seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts von der Außenwelt ab. Die Isolation dient dazu, die traditionelle Lebensweise zu erhalten und das ökologische Gleichgewicht auf Ni’ihau zu schützen. Es gibt keine Autos, keine Straßen, keine Wasserleitungen, kein Stromnetz, kein Telefon und weder Alkohol noch Zigaretten. Allerdings gibt es einen Computer und einen Helikopter. Da auch die Inselbewohner ohne ein Minimum an Geld nicht auskommen, werden mittlerweile halbtägige Helikopterausflüge mit Flug über die Insel und Aufenthalt an einem entlegenen Strand angeboten. Gegen eine hohe Gebühr werden bisweilen auch Jagdgruppen eingeladen.

3 Svalbard Global Seed Vault

Svalbard Global Seed Vault
Bjoertvedt (commons.wikimedia.org)

Der 2008 eröffnete Svalbard Global Seed Vault befindet sich auf der in der Nähe des Nordpols gelegenen Insel Spitzbergen. Er wurde vom Welttreuhandsfonds für Kulturpflanzenvielfalt zu dem Zweck erbaut, die Ernährung der Menschheit auch in Zukunft zu sichern. Bei diesem globalen Saatgut-Tresor handelt es sich um eine Art zeitgenössische Arche Noah für Pflanzen. In einem 120 Meter langen Bunker werden bei minus 18 Grad Celsius derzeit ca. eine Million Samenproben gelagert, die für die Landwirtschaft und die Ernährung essentiell sind. Die Gesamtkapazität beträgt 4,5 Millionen Proben. Jedes Land verfügt über ein eigenes „Bankfach“, dem es in Notzeiten Proben entnehmen kann. Um sie vor dem Ansteigen des Wasserspiegels zu schützen, wurde die rund um die Uhr bewachte Saatgut-Bank 130 Meter über dem Meer errichtet. Bei vorübergehendem Stromausfall übernimmt der Permafrostboden die Kühlung. Selbst ein Atomkrieg soll der Anlage nichts anhaben können.

2 Vatikanisches Geheimarchiv

vatikanisches geheimarchiv
Jean Pol GRANDMONT (commons.wikimedia.org)

Die korrekte Bezeichnung für das 1612 gegründete Archiv lautet „Archivum Secretum Apostolicum Vaticanum“. Dan Brown benutzte es für seinen Thriller „Illuminati“ und in der gleichnamigen Verfilmung mit Tom Hanks wurde es spektakulär in Szene gesetzt. Aber was beinhaltet das legendenumwobene Archiv wirklich? Auf 85 Regalkilometern werden zahlreiche Bücher, Manuskripte und private Dokumente aufbewahrt. Darunter befinden sich außergewöhnlich wertvolle Stücke wie die an Luther gerichtete Bannandrohungsbulle von Papst Leo X. sowie Prozessakten gegen Giordano Bruno und Galilei. Gerüchten zufolge beherbergt das Archiv auch Bibelausgaben mit skandalösen Textpassagen. Bislang blieben diese Gerüchte allerdings unbestätigt. Das Betreten ist leider verboten, Wissenschaftler haben jedoch seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit, Teile des päpstlichen Privatarchivs aus der Zeit bis 1939 in einem separaten Lesesaal einzusehen. Der gegenwärtige Papst entscheidet, wann die restlichen Archivbestände zugänglich gemacht werden.

1 Area 51

area 51
commons.wikimedia.org

Area 51 ist eine militärische Sperrzone im Süden des US-Bundesstaates Nevada. Da ihre Existenz lange als Geheimnis gehütet und erst 2013 zugegeben wurde, ranken sich viele Verschwörungstheorien um sie. Eine Theorie besteht darin, dass hier ein UFO abgestürzt ist und die außerirdischen Passagiere seitdem festgehalten und beobachtet werden, eine andere besagt, dass die Apollo-Mondlandungen fingiert sind und die Bilder dazu aus der Area 51 stammen. Immer wieder wird von UFO-Sichtungen im Gebiet berichtet, die nahe gelegene „Nevada State Route 375“ wurde 1996 sogar offiziell in „Extraterrestrial Highway“ umbenannt. Auch wenn die Verschwörungstheoretiker das nicht gerne hören: In Wirklichkeit wird das Areal lediglich zur Erprobung neuer Flugzeugtypen genutzt. Strengste Geheimhaltung gehört wesentlich dazu, Ausspähungsversuche werden rigoros unterbunden und wenn Gerüchte auftauchen, reagiert die United States Air Force stets mit beharrlichem Schweigen.

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