15 Bodybuilder, die eindeutig zu weit gingen

Bodybuilder üben seit jeher eine große Faszination auf Menschen aus. Sie strotzen nicht nur vor Kraft und Muskelmasse. Durch viel Training gelingt es ihnen auch, das Idealtypische des menschlichen Körpers hervorzukehren. Mit anderen Worten: Ein muskulöser Körper findet Gefallen, weil in ihm das menschliche Schönheitsideal zum Ausdruck kommt. Vorausgesetzt natürlich, dass der Bodybuilder es mit dem Training nicht übertreibt. Tatsächlich erreichen die Extremsportler unter ihnen nicht selten einen Körperzustand, der das Maß des Natürlichen bei weitem übersteigt. Im Folgenden stellen wir 15 Leistungs-Bodybuilder vor, von denen einige es mit der Körperoptimierung deutlich übertrieben haben.

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Bodybuilding – Bild: Lebedev Roman Olegovich/Shutterstock.com

Phil Heath

Phil Heath gehört zu den erfolgreichsten Bodybuildern aller Zeiten. Wie die Sportart-Legende Arnold Schwarzenegger ist auch er siebenfacher Träger des Titels Mr. Olympia. Der US-Amerikaner gewann den wichtigsten Wettkampf im professionellen Bodybuilding durchgehend von 2011 bis 2017. Beim achten Versuch wurde er von seinem Landsmann Shawn Rhoden entthront. Heath hat einen Armumfang von unglaublichen 58 cm. Der Beinumfang beträgt 76 cm, während seine Brust im Umfang 140 cm misst. Die 47 cm Nackenumfang berechtigen die Bezeichnung Stiernacken. Dass Heath zu den Besten seines Fachs gehört, verdeutlicht auch der Umstand, dass er einer der Hauptdarsteller der 2013 erschienenen Dokumentation „Generation Iron“ war.

Dean Wharmby

Dass sich viele Bodybuilder auf einem schmalen Grat zwischen gesund und ungesund bewegen, zeigt die tragische Geschichte von Dean Wharmby. Der Brite war 20 Jahre lang Bodybuilder. Wie viele seiner Kollegen auch, erreichte er die erwünschten Körpermaße auch mit Hilfe eines radikalen Ernährungsplans. Wharmby nahm pro Tag rund 10.000 Kalorien zu sich. Eier, Hähnchen, Proteinshakes und Energydrinks bestimmten seine Ernährung. 2010 erhielt die schockierende Diagnose: In seinem Körper wurde ein Krebsgeschwür entdeckt. Fünf Jahre später erlag Wharmby der Krankheit. Kurz vor seinem Tod hatte er einen Verdacht: Angeblich hätten die zuckerhaltigen Energydrinks seine Erkrankung verursacht. Die Ärzte hatten eine andere Erklärung: Sie stellten eine direkte Verbindung her zwischen dem Tod des Bodybuilders und anabolen Steroiden, die dieser ebenfalls reichlich zu sich genommen hatte.

Rich Piana

Auch Rich Piana ging mehr als Fahrlässig mit seinem Körper um. Der Bodybuilder kollabierte im August 2017 in seiner Wohnung. Nach 18 Tagen im künstlichen Koma starb er mit 46 Jahren. Der Autopsie brachte Erschreckendes zutage: Pianas Körper war gänzlich ruiniert. Herz und Leber des Bodybuilders wogen doppelt so viel wie bei einem normalen Menschen. Dass er regelmäßig anabole Steroide konsumierte, hatte Piana bereits 2014 zugegeben. Nach seinem Tod entdeckte die Polizei in seiner Wohnung neben 20 Flaschen mit Steroiden noch etwas anderes: Piana konsumierte regelmäßig auch ein koffeinhaltiges Pulver. Dieses nahm er nicht als Getränk zu sich, stattdessen zog er es sich wie Kokain durch die Nase.

Rene Campbell

Von den körperlichen und psychischen Nachteilen des Bodybuildings weiß auch Rene Campbell einiges zu berichten. Die 1976 geborene Kraftsportlerin war einst Triathletin. Als sie einen Bodybuilding-Wettkampf sah, nahm ihr Leben eine andere Richtung. Sie war von den kraftvollen Menschen auf der Bühne fasziniert, wie sie in einem Interview erklärte. Für sie repräsentierten die Bodybuilder Stärke und Macht. Sie begann ebenfalls mit dem Körpertraining und stellte bald fest, dass sie von einem Wahn ergriffen wurde. Campbell erkrankte an Bigorexie, einer Krankheit, bei der die Betroffenen an einer gestörten Selbstwahrnehmung leiden. Sie glauben, nicht stark und muskulös genug zu sein.

Markus Rühl

Markus Rühl gehörte während seiner aktiven Zeit zu den erfolgreichsten deutschen Bodybuildern. Mit einem Wettkampfgewicht von 130 kg hatte er in der Fachpresse einen Spitznamen weg. Man nannte ihn „der Freak“ und „German Biest“. Die höchste Platzierung, die er bei Mr. Olympia erreichte, war Platz fünf im Jahr 2004. Rühl brachte im Laufe seiner Karriere mehrere DVDs heraus, die ihn mal bei der Vorbereitung auf wichtige Wettkämpfe, mal als Privatmenschen zeigten. Nicht zuletzt dieser Einblick ins persönliche Leben sorgte für die deutschlandweite Popularität des Extremsportlers. Im Jahr 2016 wurde Rühl Vater einer Tochter. Ein Jahr später heiratete er seine Lebensgefährtin Alicja.

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Dorian Yates

Auch Dorian Yates hat Bodybuilding-Geschichte geschrieben. Der Brite gewann insgesamt sechs Mal in der Königsklasse unter den Bodybuilding-Wettkämpfen, Mr. Olympia. Diese und weitere Erfolge erreichte er durch eine in der Szene immer wieder bewunderte Trainingsintensität. In seiner besten Form erreichte Yates ein Wettkampfgewicht von 120 kg und 35kg reine Muskelmasse auf die Waage. Doch das harte Training hatte auch einen hohen Preis. Yates brachte seinen Körper regelmäßig an die Grenzen. Immer wieder verletzte er sich beim Training. Seine Karriere war sowohl von Bizeps- als auch von Trizeps-Abrissen geprägt. Außerdem plagten ihn Knieprobleme.

Jay Cutler

Jay Cutler ist der Stier unter den Bodybuildern. Seine Körpermaße sind dafür der beste Beweis: Brustumfang: 147 cm, Oberarmumfang: 56 cm, Oberschenkelumfang: 83 cm und Nackenumfang: 50 cm. Kein Wunder, dass der US-Amerikaner mit diesen Maßen schon so manchen Wettkampf gewinnen konnte. Cutler ist viermaliger Mr. Olympia. Die zweitwichtigste Veranstaltung im Profi-Bodybuilding, den Arnold Classic, konnte er von 2002 bis 2004 dreimal in Folge für sich entscheiden. Sauber ging es auch bei ihm im Fitnessstudio nicht immer zu. Im Jahr 2001 wurde Cutler des Dopings überführt.

Alina Popa

Alina Popa wurde 1978 in Rumänien geboren, heute lebt sie in den USA. Mit 19 Jahren begann sie mit dem Krafttraining, nachdem sie im Fitnessclub beeindruckt von den Körpermaßen einer jungen Bodybuilderin war. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Nach den ersten Amateurtiteln wechselte sie 2008 ins Profifach. Zu den größten Erfolgen Popas gehören: zwei Mal Platz drei im Wettkampf Ms. International und zwei Mal in Folge der zweite Rang bei Ms. Olympia. Ansehen konnte sich die Bodybuilderin auch als Fitness-Model verschaffen. Seit 2013 arbeitet sie als Personaltrainerin in Wheat Ridge im US-Bundesstaat Colorado.

Brigita Brezovac

Die Slowenin Brigita Brezovac ist eine echte Allrounderin. Die in 1979 geborene Bodybuilderin ist Trägerin des Schwarzen Gürtels in Karate. Außerdem trainierte sie vor ihrer Bodybuilding-Laufbahn Taekwondo und Boxen. 2010 trat sie zum ersten Mal im Wettkampf IFBB Tampa Pro an und gewann prompt den ersten Platz. Es folgten weitere Titel, darunter der IFBB Europa Battle of Champions im selben Jahr und die IFBB Toronto Pro Super Show in 2011. Ihre höchste Platzierung bei Ms. Olympia ist Platz drei. Im Jahr 2013 zog sie sich als fünftplatzierte in der Rangliste des Bodybuilding-Verbands IFBB aus der Profilaufbahn zurück.

Virginia Sanchez

Wenn Virginia Sanches in der Stadt unterwegs ist, darf sie sich der allgemeinen Aufmerksamkeit sicher sein. Denn die Spanierin hat Körpermaße, bei denen sogar so mancher männliche Bodybuilder vor Neid erblasst. Die 1971 in Madrid geborene Bodybuilderin begann mit 17 Jahren ihren Körperaufbau zu trainieren. Als ihr Sohn geboren wurde legte sie eine Pause ein, in der sie hauptsächlich als Fitmess-Model arbeitete. Zu Sanchez‘ größten Erfolgen gehört der Titel bei den Arnold Europe 2013 und der zweite Platz bei den Master Europe Championship. Seit geraumer Zeit arbeitet die Athletin, die eigenen Aussagen zufolge das Bodybuilding 24 Stunden am Tag lebt, als Personaltrainerin.

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Kristy Hawkins

Kristy Hawkins nahm als Kind Tanzunterricht. Als Teenager ging sie zum Turnen über. Damals litt sie an Magersucht. Um Fett zu verbrennen und abzunehmen ging sie ins Fitnessstudio. Damit begann ihre Laufbahn als Bodybuilderin. Als Profi brachte sie es in dieser Sportart zu einigen beachtlichen Erfolgen. Bei ihrer ersten Teilnahme bei Ms. Olympia wurde sie auf Anhieb siebte. Lange blieb sie dem Bodybuilding jedoch nicht treu. 2011 sattelte sie um und wurde Gewichtheberin. Auch in dieser Sportart konnte sie so manchen Wettbewerb gewinnen, darunter der American Cup Los Angeles Fit Expo und der Summer Slam.

Nasser El Sonbaty

Nasser El Sonbaty gehörte in den 1990er Jahre zu den Superstars in der professionellen Bodybuilder-Szene. Er wurde 1965 in Stuttgart als Sohn eines Ägypters und einer ehemaligen Jugoslawin geboren. Bei Mr. Olympia nahm er insgesamt neun Mal teil. Sein größter Erfolg in diesem Wettkampf war Platz zwei im Jahr 1997. Zwei Jahre später siegte er beim renommierten Arnold Classic. El Sonbatys Wettkampfgewicht betrug bis zu 131 kg. Sein Brustumfang war 162 cm, während sein Oberschenkelumfang 94 cm maß. Der Bodybuilder starb 2013 infolge eines Nierenversagens.

Iris Kyle

Iris Kyle ist eine Legende unter den Bodybuilderinnen. Die US-Amerikanerin hat in der Sport alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Sie ist zehnmalige Ms.-Olympia-Gewinnerin und siebenmalige Trägerin des Titels Ms. International. Zu Kyles Idolen gehört Arnold Schwarzenegger. Obwohl sie bis dahin überzeuge Demokratin war, wählt sie den Ehemaligen Bodybuilder und Schauspieler, als dieser sich zur Wahl für das Amt des kalifornischen Gouverneurs stellte. Wie Schwarzenegger zog es auch sie irgendwann vor die Kameras. Kyle nahm 2008 an der TV-Sendung „Wipeout“ teil. Zusammen mit ihrem Freund Hidetada Yamagishi gehörte sie 2017 zu den Hauptdarstellern der Dokumentation „Generation Iron 2“.

Greg Kovacs

Greg Kovacs war zu Lebzeiten und auf dem Höhepunkt seiner Karriere der massivste Bodybuilder der Welt. In der Wettkampfform brachte er unglaubliche 150 kg auf die Waage. In der so genannten Offseason, also abseits von Wettkämpfen, erreichte sein Gewicht bis zu 200 kg. Sein größter Erfolg als Bodybuilder ist Platz 13 beim Arnold Classic 2014. Ein Jahr später zog er sich aus der Profilaufbahn zurück. Im Jahr 2013 starb der Kraftprotz im Alter von nur 44 Jahren. Ob sein Herzversgen auf das extreme Training oder möglicherweise auf einen Missbrauch von Muskel aufbauenden Präparaten zurückgeht, ist reine Spekulation.

Andreas Münzer

Dass Andreas Münzer seinem Körper den einen oder anderen Medikamentencocktail zuführte, ist dagegen erwiesen. Der österreichische Bodybuilder starb 1996 mit nur 32 Jahren an Leberversagen infolge jahrelangen Dopings und Medikamentenmissbrauchs. Münzer beeindruckte die Fachwelt durch seine außerordentlich definierte Skelettmuskulatur. Der große Durchbruch blieb ihm bis zuletzt jedoch versagt. Bei Mr. Olympia konnte er nie eine Top-Platzierung erringen und bei den Arnold Classics war sein bestes Ergebnis Platz 3 im Jahr 1990. Arnold Schwarzenegger war der prominenteste unter den Trauernden, die Münzer nach dessen Ableben Respekt zollten. „Ein letzter Gruß an einen Freund“, schrieb die Bodybuildung- und Hollywood-Legende auf einen Blumenkranz.

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Letzte Aktualisierung am 16.12.2018
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