10 Menschen mit extrem langen Haaren

Manche wollen sie unbedingt haben, andere wiederum leiden unter ihnen – lange Haare sind ein zeitloses Thema und werden immer wieder diskutiert. Im folgenden Beitrag sollen ganz spezielle Fälle vorgestellt werden. Menschen, die aus den verschiedensten Gründen ein haariges Leben führen möchten.

Frau mit langen bunten Haaren
Frau mit langen bunten Haaren – © lassedesignen / Shutterstock.com

Benny Harlem – der Mann mit der Turmfrisur

In der Zeit der sozialen Medien haben Menschen viel mehr Möglichkeiten, sich und ihr Leben in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und sie werden schneller bekannt. So ging es auch Benny Harlem aus Los Angeles in Kalifornien. Er postete auf Instagram ein Foto mit seiner kleinen Tochter und dieses Bild wurde innerhalb kürzester Zeit zum Hingucker schlechthin. Denn was man darauf sieht, sind Haare. Viele Haare. Im Jahr 2015 erregte Benny Harlem das erste Mal Aufmerksamkeit mit seiner Haarmähne und der seiner Tochter. Offenbar hat er da gute Gene an seine Kleine weitergegeben. Und nicht nur das. Seine gesamte Familie legt viel Wert auf die Pflege ihrer Haare – und zwar auf natürliche Weise. Aber dazu später. Benny Harlem ist schon von weitem sichtbar. Sein ausgeprägtes Bewusstsein für Mode und Styles fällt tatsächlich erst auf den zweiten Blick auf. Im Vordergrund stehen seine rekordverdächtigen, sensationellen Haare, die auf natürliche Weise länglich auf dem Kopf hoch stehen. Dabei trägt er 52 Zentimeter Haar mit sich herum. Mehrere Stunden kämmen und in Form bringen sind nötig, um die höchste Turmfrisur der Welt zu kreieren. Seit 2018 hat er diesen Titel auch in der neuesten Ausgabe des Guinness Buch der Rekorde. Aber Benny Harlem geht es nicht nur um seinen persönlichen Rekord. Er möchte ein Statement setzen. Jeder Mensch sollte sich so annehmen wie er ist und seine natürlichen Haare oder alles, was sonst anders ist, zu schätzen wissen. Um sich und seiner Familie Gutes zu tun, nutzen alle selbstgemachte Shampoos aus reinen und unverarbeiteten Zutaten wie Beeren und Kokosnuss. Hut ab! Tolle Leistung, tolle Gene!

Kazuhiro Watanabe – hoch hinaus statt Mittelmaß

Hoch hinaus geht es auch bei dem Japaner Kazuhiro Watanabe, der den Titel „höchste Frisur der Welt“ trägt. Sein Iro maß im Jahr 2012 ganze 1,13 Meter. Den Titel hatte er aber 2011 schon in der Tasche. Ins Guinness Buch der Rekorde wurde er 2012 aufgenommen, nachdem er sein Haarkunstwerk in einem Park in New York zur Schau stellte – just an dem Tag, an dem das Guinness Buch der Rekorde dort vorgestellt wurde. Anders als Benny Harlem benötigt Kazuhiro Watanabe aber weit mehr als selbstgemachtes Shampoo. Für einen perfekt sitzenden Iro benötigt er mehrere Stunden, mindestens eine Tube Haargel sowie bis zu drei Dosen Haarspray. Der heute 46-jährige lässt seine Haare schon seit fast 20 Jahren wachsen. Der Modedesigner legt viel Wert auf sein Äußeres. Aber das auch nicht ohne Grund: Watanabe möchte rebellieren. Seine Landsleute in Japan sind viel zu angepasst und brav.

You Jianxia und ihr besonderer Wimpernaufschlag

Mal eine etwas andere rekordverdächtige Haarpracht hat die Chinesin You Jianxia. Sie trägt mit 12,4 Zentimetern (Stand 2017) Länge die längsten Wimpern der Welt. Woher die außergewöhnlich langen Wimpern kommen, kann die 49-jährige Frau auch nicht sagen. Sie denkt aber, dass es mit ihrer Verbundenheit zur Natur zusammenhängt. Bei einer 18-monatigen Auszeit in der Natur sollen die Wimpern begonnen haben zu wachsen. Das war im Jahr 2013. Heute reichen ihr die Wimpern bis über die Wangen zu den Lippen. Ins Guinness Buch der Rekorde schaffte es You Jianxia schließlich 2018. Rein medizinisch und anatomisch sind derart lange Wimpern übrigens gar nicht möglich. You Jianxia stellt somit – sofern sie nicht doch etwas geschummelt hat – ein kleines Wunder dar. Die Wimpern des Menschen wachsen im Schnitt maximal bis zu 12 Millimetern und fallen nach maximal 150 Tagen von alleine aus, bis neue Wimpernhaare nachwachsen.

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Tran Van Hay – aus Angst wurden 6,80 Meter

Der damals 25-jährige Vietnamese Tran Van Hay wurde nach einem Frisörbesuch schwer krank. Obwohl die Erkrankung damals wohl kaum mit dem Besuch beim Frisör zu tun hatte, war Tran Van Hay so geschockt, dass er fortan nicht mehr zum Haare schneiden ging. Aus diesem für ihn traumatischen Besuch sind am Ende 6,80 Meter lange und 10,5 Kilogramm schwere Haare geworden. 50 Jahre lang ließ sich Van Hay seine Haare nicht mehr schneiden, 11 davon wusch er sie auch nicht mehr. Die Haare verfilzten und er konnte sie nur noch zusammengewickelt oder unter einem großen Schal tragen. Der Vietnamese stammte aus ärmlichen Verhältnissen und arbeitete als Farmer. Durch das Gewicht seiner Haare hatte er solche Gleichgewichtsprobleme, dass diese Arbeit zu schwer für ihn wurde. Auch alltägliche Aktivitäten fielen ihm zunehmend schwerer. Aber umso mehr die Haare wuchsen, desto mehr veränderte sich auch die Persönlichkeit des Mannes. Er fand sich und seine Prioritäten im Buddhismus wieder und ließ sich dazu inspirieren, als Naturheiler zu arbeiten. Dieser Arbeit ging er ehrenamtlich nach und befreite vor allem die armen Menschen von ihren Beschwerden. Tran Van Hay kam nie ins Guinness Buch der Rekorde. Er starb mit 79 Jahren im Jahr 2010. Bis zu seinem Tod ließ er seine Haare nicht mehr schneiden. So lebte und so starb er mit ihnen.

Haarsträubende Geschwister – die Seven Sutherland Sisters

Sie hießen Victoria, Grace, Sarah, Isabella, Dora, Mary und Naomi und wurden zwischen 1845 und 1865 in New York geboren. Die Schwestern lebten mit ihren Eltern und ihrem Bruder in ärmlichen Verhältnissen auf einer Farm. Einzig die wunderschönen Haare ihrer Töchter waren der Stolz der Mutter. Sie pflegte die dicken, kräftigen Haare ihrer Mädchen und beschmierte sie sogar mit einer geheimen Tinktur. Die sieben Schwestern ließen ihre Haare wachsen. Insgesamt waren alle Haare bis zu 11,5 Meter lang. Die kürzesten Haare – wenn man das überhaupt so nennen kann – lag bei 1,50 Meter. Die längste war 2,10 Meter lang. Alle sieben hatten Haare bis zum Boden. Der Vater vermarktete seine Töchter nach dem Tod der Mutter. Sie zogen erst als singende Gruppe durchs Land, bevor sie als „Die sieben schönsten Wunder der Welt“ im Zirkus Barnum & Bailey zur Schau gestellt wurden. Das war zum Ende des 19. Jahrhunderts. Damals bestand der Alltag aus Hunger, Krankheiten und Tod. Die langen, gewellten, kräftigen Haare der sieben Schwestern faszinierten die Menschen, weil sie damit Gesundheit, Vitalität und Exotik ausstrahlten. Schon bald warben die Mädchen mit ihren Haaren für bestimmte Haarmittel. Sie verdienten gutes Geld und sparten es an. Nach dem Tod des Vaters nahmen die Sutherland Schwestern ihr Vermögen und verwandelten die ärmliche Farm ihrer Kindheit in ein reiches Anwesen. Allerdings lebten die Schwestern auch sehr exzessiv und gaben ihr Geld schneller aus als gedacht. 1938 brannte das Anwesen nieder und die überlebenden Schwestern verbrachten ihr restliches Leben wieder in Armut. 1946 verstirbt die letzte der Schwestern. Sie hatte bis zu ihrem Tod bodenlange Haare.

Asha Zulu Mandela – Rapunzel mit Dreadlocks

So lang wie ein Londoner Bus – das sind die Dreadlocks von Amerikanerin Asha Mandela. Die Haarpracht misst 16,8 Meter und ist somit absoluter Weltrekord. Die 47-jährige lässt ihre Haare bereits seit mehr als 25 Jahren wachsen. Seit 2009 ist sie bereits im Guinness Buch der Rekorde mit dem Titel „längste Dreadlocks der Welt“. Und sie hat auch nicht vor, das zu ändern. Sie möchte ihre Haare aus spirituellen Gründen niemals abschneiden lassen. Und das, obwohl Ärzte sie vor den gesundheitlichen Schäden durch das schwere Gewicht der Haare warnen. Die Mähne wiegt nämlich satte 19 Kilogramm und es wird nicht weniger. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Krümmung der Wirbelsäule oder zu einer Lähmung der Nackenmuskulatur. Die auf Trinidad and Tobago geborene Asha will sich bis zu ihrem Tod die Haare nicht mehr abschneiden. Für die Pflege benötigt sie übrigens eine ganze Flasche Shampoo sowie eine Flasche Spülung. Das Trocknen der Haarpracht dauert bis zu zwei Tage. Na dann….

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Dashik Gubanova – Langer Zopf für einen guten Zweck

Seit 13 Jahren hat sich die junge Dashik aus Russland ihre Haare nicht mehr schneiden lassen. Mittlerweile reichen ihre langen Haare bis zu den Waden. Dabei wirkt das Haar kräftig und gesund – eben sehr gepflegt. Und darauf legt die junge Russin auch viel Wert. Sie lässt sich ihre Haare nicht aus ästhetischen, spirituellen oder kulturellen Gründen wachsen. Sie möchte ihre Haare erst wieder abschneiden lassen, wenn sie bis zum Boden reichen. Und dann möchte sie ihre Haare an die Menschen spenden, die keine Haare mehr haben. Dashik wird in den sozialen Netzwerken als Real-Life-Rapunzel betitelt. Ihre Intention und ihr Handeln aber sind noch viel märchen- und ehrenhafter.

Ni Linmei – auf dem Weg ins Guinness Buch der Rekorde

Die 60-jährige Ni Linmei aus China hat einen Wunsch: Sie möchte mit den längsten Haaren der Welt ins Guinness Buch der Rekorde. Und diesem Wunsch eifert sie seit über 20 Jahre nach. Seit 1998 hat sie ihre Haare nicht mehr abschneiden lassen. Mittlerweile messen sie eine Länge von 3,38 Metern. Es ist also noch ein weiter Weg ins Guinness Buch. Aber den nimmt Ni Linmei auf sich. Seit ein Video von ihr auf Youtube aufgetaucht ist, hat sie auch das internationale Interesse an ihren Haaren geweckt. Für die Pflege benötigt sie mehrere Stunden.

Aliia Nasyrova – einmal aussehen wie eine Märchenprinzessin

Sie ist Ende 20 und hat sich ihre Haare seit über 20 Jahre nicht mehr schneiden lassen. Um genau zu sein, lässt Aliia Nasyrova ihre Haare seit ihrem 7. Lebensjahr wachsen. Sie wollte eben schon immer so schöne Haare haben, wie die Märchenprinzessinnen aus ihrer Kindheit. Mittlerweile sind die Haare 2,20 Meter lang und wiegen stolze 2 Kilogramm. Die junge Lettin pflegt ihre Haare akribisch. Die Haarwäsche dauert gut 20 Minuten, das Trocknen sogar den ganzen Tag. Alliia verzichtet auf den Fön, weil die Hitze ihren Haaren schaden könnte. Bei Instagram nennt sie sich selbst die Queen of super long hair und ihr folgen bereits mehrere Fans auf Instagram. Das liegt aber auch an ihren vielen extravaganten Frisuren, die sie mit ihrer Mähne immer wieder ausprobiert. Die Haarpflegeindustrie kennt die junge Lettin ebenfalls und sponsort Shampoo, Spülung und Co.

Abril Lorenzatti – so jung und schon Rekordlerin

Die 17-jährige Argentinierin Abril Lorenzatti hatte eine schlechte Erfahrung beim Frisör gemacht und sich fortan vorgenommen, ihre Haare wachsen zu lassen. Allerhöchstens die Spitzen lässt sie sich ab und zu schneiden. Ihre Haare sind mittlerweile 1,52 Meter lang und sie trägt den Rekordtitel „Längste Haare eines Teenagers“. Auf diesen ist sie auch sehr stolz, schließlich pflegt sie ihre Mähne seit über 11 Jahren. Dafür wäscht sie die Haare nur alle zwei Tage, verwendet aber ganz normales Shampoo und Spülungen. Beim Kämmen muss allerdings die Mutter helfen, da Abril nicht allein bis an die Spitzen kommt. Abril lässt ihre Haare einfach wachsen, weil es ihr gefällt. Auch nicht schlecht!

Wie man an den Beispielen sieht, trägt nicht jeder Mensch lange Haare, weil es einfach nur gefällt. Tatsächlich können kulturelle, spirituelle, uneigennützige und rebellische Gründe dahinter stecken. Wie auch immer diese Menschen zu ihren Haaren gekommen sind, egal aus welchen Gründen und Vorstellungen heraus – sie nehmen sie als Teil ihres Lebens an.