10 gigantische Wasserkreaturen zum Staunen und Fürchten

Bei Wasserkreaturen, denen man beim Baden lieber nicht begegnen möchte, denken viele zuerst an den berühmten Weißen Hai. Durch den Filmmythos ist er zu einem der gefürchtetsten Lebewesen überhaupt im Wasser geworden. Doch es gibt durchaus eine Vielzahl an Kreaturen, die zwar weniger bekannt waren oder sind, aber absolut beim Angst verbreiten locker mit dem Weißen Hai mithalten könnten. Lebewesen, die so lang wie Schulbusse waren zählten ebenso zu den fürchterlichen Bewohnern in Gewässern wie Seeungeheuer mit Riesenzähnen oder gewaltige Salamander. Wir machen Euch nachfolgend mit 10 gigantischen Wasserkreaturen bekannt, die Euch zum Staunen bringen werden.

Megalodon
Megalodon – © Warpaint / Shutterstock.com

Sarcosuchus – das größte Krokodil

Stolze 11-12 Meter Gesamtlänge hatte der mittlerweile ausgestorbene Sarcosuchus. Gewichtsmäßig brachte er es auf mehr als zehn Tonnen. Damit ist es bis heute das größte bekannte Krokodil. Im englischsprachigen Raum bezeichneten die Leute es daher als SuperCroc. 1964 wurde das Tier zum ersten Mal auf Basis von Schädelresten, die an zwei Stellen in Afrika gefunden wurden, beschrieben. Der Sarcosuchus lebte in Süßgewässern und wahrscheinlich auch in Brackwasser. Seine an der Spitze sehr breite Schnauze zeugt davon, dass er sich neben Fisch auch von größeren Tieren an Land ernährte. Man geht sogar davon aus, dass Dinosaurier auf seinem Speiseplan standen. Überhaupt beeindruckte die Schnauze, die 75 Prozent des circa 1,6 Meter langen Schädels ausmachte.

Megalodon – ausgestorben oder nicht ausgestorben?

Der Riesenhai Megalodon gehörte zur Familie der Makrelenhaie. Von ihm existieren weltweite Zahn- und Wirbelfunde. Mit einer maximalen Länge von fast 21 Metern könnte es die größte Haiart der Erdgeschichte gewesen sein. Vermutlich bevorzugte er die warmen Meere in der europäischen Zone. Seine Riesenzähne, die teilweise bis zu 18 Zentimeter lang waren, fanden in der Steinzeit Verwendung als Speerspitzen. Das Gebiss übertrifft mit seinen Maße sogar die Größe des Kleinwagenmodells „Smart“. Mehr als 1000 Kilogramm Futter zerbiss er täglich mit diesem Gigantengebiss. Der Megalodon, der sich hauptsächlich von Walen ernährt hat, gilt eigentlich längst als ausgestorben. Doch es kehren immer wieder Gerüchte auf, wonach das Riesentier in den Meerestiefen überlebt haben könnte. So hatten australische Meeresbiologen beispielsweise festgestellt, dass ein mit Peilsender ausgestatteter Weißer Hai einem wesentlich größeren Tier zum Opfer gefallen sein muss. Vielleicht sogar dem Megalodon? Zumindest im Hollywoodfilm „Meg – Biss bald“ ist aus der Vermutung bereits ein Fakt geworden.

Metoposaurus – riesiger Salamander mit scharfen Zähnen

Ein Kopf, dessen Form an einen Toilettendeckel erinnert und messerscharfe Zähne waren die markanten Merkmale dieser Kreatur. Mit bis zu 3 Meter Körperlänge verfügte er in sumpfigen Biotopen über eine große Dominanz. Seine Gliedmaßen dienten gewissermaßen als Flossen und ermöglichten das Fortbewegen im Wasser. Gleichzeitig gaben sie genug Kraft, um den Körper auch an Land fortzubewegen. Das Tier war vor 200 Millionen Jahren vermutlich weit verbreitet. 1842 wurde der Riesensalamander zum ersten Mal erwähnt und beschrieben. Seinen Hunger stillte er vorwiegend mit Fischen. Diese fing er mit seinem breiten Kiefer ein. Aber auch Dinosaurier waren vor ihm nicht sicher! Die jungen und frühen Dinosaurier könnten bei Nähe zum Wasser den gewaltig scharfen Zähnen des Metoposaurus ebenfalls zum Opfer gefallen sein. Metoposaurus erscheint in dem Spiel „Jurassic World – Das Spiel“ übrigens als VIP-Amphibie

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Aegirocassis – Meeresbewohner mit 11 Körpersegmenten

Der ausgestorbene Arthropode konnte eine Körperlänge von fast 2 Metern erreichen. Auffällig war der flache, lange Rumpf. Er unterteilte sich in 11 Segmente, von denen jedes seitlich Strukturen aufwies, die flügelähnlich waren. Sie wurden auch flaps genannt. Ihre Extremitäten konnten sie multifunktional einsetzen. So dienten diese zum Greifen, Laufen, Atmen und Schwimmen. Auch die Spermaübertragung wurde so durchgeführt. Aegirocassis ernährten sich von Plankton. Vor der Mundöffnung bildete sich ein Filterapparat, wodurch Plankton aus dem Meereswasser gefiltert werden konnte. Gefunden wurde das gut 480 Millionen Jahre alte Wesen im Südosten Marokkos.

Rhamphosuchus – das Schnabelkrokodil

Rhamphosuchus gehörte zu den größten Krokodilen der Welt. Lange galt es sogar als das größte Krokodil. Seine Länge wurde auf bis zu 18 Meter geschätzt. Allerdings geht man mittlerweile anhand von neueren Studien davon aus, dass es „nur“ eine Länge von 11 Metern erreicht hat. Doch diese heutigen Erkenntnisse nehmen dem gewaltigen Tier nichts von seinem imposanten rekonstruierten Erscheinungsbild. Der Fleischfresser lebte in Indien. Bekannte Fossiliensätze sind nur unvollständig und bestehen meistens aus Schädel und Zähnen der Tiere.

Livyatan – biblisches Seeungeheuer mit Riesenzähnen

Livyatan ist ein fossiler Pottwal mit gigantischem Ausmaß. Seinen Namen verdankt er der Inspiration durch das Buch „Moby-Dick“ und dem biblischen Seeungeheuer Leviathan. Das etwa 12 Millionen Jahre alte Tier besaß die größten Zähne, die sowohl von einem fossilen als auch von einem lebenden Wal je gefunden wurden. Bis zu einer Länge von 36 Zentimetern füllten sie Ober- und Unterkiefer des Pottwals. Der gut 1,90 Meter breite und 3 Meter lange Schädel ist fast vollständig und ähnelt einer Mischung zwischen Orca- und Pottwalschädel. Die Entdeckung der Fossilien stammt aus dem Jahre 2008 im südlichen Peru. Der Livyatan konnte sehr kraftvoll zubeißen und hatte somit recht große Beute auf seinem Speiseplan. Seine eigene Größe wird zwischen 13,5 und 17,5 Meter rekonstruiert. Damit ist er eines der größten Raubtiere überhaupt.

Titanoboa – 60 Millionen Jahre alte Monsterschlange

Im Jahre 2009 entdeckte ein Wissenschaftlerteam die Fossilien der gewaltigen Ur-Schlange in der Steinschicht eines Kohlebergwerks in Kolumbien. Die Rekonstruktionen der Titanoboa ergaben, dass es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach um die mächtigste und größte Schlange handelt, die jemals gelebt hat. Ihre Länge von ungefähr 14 Meter entspricht in etwa der Länge des T.Rex-Skeletts von „Sue“ im Field Museum von Chicago. Das Gewicht der 60 Millionen Jahre alten Monsterschlange aus Südamerika schätzen Experten auf gewaltige 1,25 Tonnen. Wem diese Superlativen noch nicht reichen, dem sei gesagt, dass auch der Umfang rekordverdächtig erscheint. In einem der vielen Berichte über den Fund heißt es, sie sei „so dick wie eine Litfass-Säule“ gewesen. Die Titanoboa war in der Lage ganze Riesenschildkröten und Krokodile zu verschlingen. In ihrer Lebensweise ähnelte sie vermutlich der Anakonda, die heute in Südamerika zu Hause ist.

Seeskorpione – Riesenskorpione aus dem Meer

Mit der beeindruckenden Länge von mehr als 2 Meter stellen einige dieser Tiere die größten bekannten Gliedfüßler. Riesige Scheren und ihr gepanzerter Körper verliehen ihnen einen Status als Monster in den Urmeeren. Seeskorpione waren später nicht mehr nur im Meer, sondern auch im Süß- oder Brackwasser zu finden. Man geht davon aus, dass einige Arten eventuell sogar kurzzeitig an Land überleben konnten. Auch heute gibt es noch Seeskorpione. Allerdings handelt es sich hierbei zum Einen um Gegenstände in dem Spiel „World of Warcraft“, die als Schwarm geangelt werden können und zum Anderen um eine Fischart. Der Atlantikbewohner könnte mit seiner urzeitlichen Optik jedoch gut in die damalige Zeit seiner Namensgenossen passen. Das große Maul und der im Vergleich zum Körper riesige Kopf geben dem Fisch eine bizarre Optik. Vorkiemendeckel und Seitenlinie sind mit Stacheln besetzt. Der Raubfisch kann bis zu 60 Zentimeter groß werden und ernährt sich von Fischen oder Krebstieren.

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Riesenkalmar – Mysterium im Meer

Lange war der Riesenkalmar eines der größten Mysterien der Meere. In Erzählungen wurden die Ausmaße seiner Dimensionen so stark ausgeschmückt, dass sie gerne als Seemannsgarn abgetan wurden. 2004 gelang es Japanern Fotos von einem etwa 8 Meter großen, und vor allem lebenden Exemplar, zu schießen. Heute weiß man einiges mehr über das gewaltige Meereslebewesen. Um seine Mundöffnung ranken sich 10 Arme – zwei davon als Tentakeln. Alleine der Kopf kann bis zu einem Meter lang sein. Durch Ausbreiten oder Zusammenziehen kann der Riesenkalmar seine Farbe aktiv verändern. Gut 3 Meter lange Fangarme und Saugnäpfe mit einem Durchmesser von bis zu 5,2 Zentimetern sorgen für einen spektakulären Anblick. Im Oktober 2016 wurde das bisher größte lebende Exemplar gesichtet. An der spanischen Küste entstanden Fotos von einem 105 Kilogramm schweren Riesenkalmar. Das Tier war vermutlich durch einen Kampf mit Artgenossen schwer verletzt und überlebte am Ende nicht. Aber vielleicht befindet sich irgendwo in den Weltmeeren ein noch Größerer seiner Art.

Parapuzosia seppenradensis – größter Ammonit der Erdgeschichte

Der Ammonit aus der Oberkreide Norddeutschlands lebte vor rund 72 Millionen Jahren und bevölkerten zu dieser Zeit die Meere. Parapuzosia seppenradensis ist der größte bekannte Ammonit in der Geschichte unserer Erde. Der Steinkern eines der größten Exemplare misst ohne die Kalkschale stolze 174,2 Zentimeter. Sein Gewicht liegt bei 3,5 Tonnen. Die Schale unterteilt sich in eine Wohnkammer und einen gekammerten Auftriebskörper. Zu Lebzeiten waren diese Kammern hauptsächlich mit Gas gefüllt. Ein- oder Auspumpen von Kammerflüssigkeit ermöglichte dem Riesen das Auf- oder Absteigen im Wasser. Entdeckt wurde dieses Ammonit 1895 im Kreis Coesfeld im Münsterland. Seine gigantischen Zahlen brachten ihm damals die Auszeichnung zum „Fossil des Jahres 2008“. In fast allen Naturkundemuseen der Welt sind die Abgüsse des ausgestorbenen Meerestieres zu bestaunen. Das Original kann ganzjährig im LWL-Museum für Naturkunde in Münster besichtigt werden.

Seien wir ehrlich: Bei den meisten dieser Kreaturen sind wir wirklich froh, dass sie uns heute nicht mehr begegnen können. Mit dem Wissen, dass ein Großteil der genannten Zeitgenossen nur noch als Fossil unter uns weilt, macht das Baden viel mehr Spaß. Oder seht Ihr das komplett anders? Hättet Ihr gerne einmal der tonnenschweren Schlange gegenüber gestanden oder neben dem Pottwal mit den Riesenzähnen geschwommen? Welche Wasserkreatur hat Euch am meisten beeindruckt und warum?