10 geheimnisvolle Inseln, die einen Blick wert sind

Abgeschnitten vom Rest der Welt, oftmals unbewohnt oder längst verlassen, hüten einige Inseln unseres Planeten Geheimnisse, die vielleicht niemals ganz gelüftet werden können. Mitunter braucht es schon sehr viel Mut, diese kleinen Flecken mitten auf dem Wasser überhaupt zu betreten. Manchmal benötigt man großes Glück, um die Chance zu bekommen, sie einmal aus der Nähe zu sehen. Ob es nun Naturphänomene sind, die selbst erfahrenste Wissenschaftler in Staunen versetzen, oder menschliche Spuren, die sich nicht erklären lassen, diese 10 Inseln sind auf ihre Art einzigartig und einen Blick wert.

Osterinsel
Osterinsel – © Bryan Busovicki / Shutterstock.com

10. Bermeja: Die Phantominsel

Um die Insel Bermeja ranken sich viele Spekulationen und Verschwörungstheorien mit einer zentralen Frage: hat sie überhaupt jemals existiert? Auf Seekarten des 16. Jahrhunderts bis zu jenen des 20. Jahrhundert war Bermeja verzeichnet als 80 Quadratkilometer große Insel etwa 200 km vor der nördlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Bei Überprüfungen im Jahr 1997 war Bermeja jedoch nicht auffindbar. Da Mexiko die Insel benötigte, um Ölbohrrechte abzustecken, erfolgte 2009 eine Untersuchung, die keinerlei Beweise dafür erbrachte, dass die Insel jemals existiert hat. War hier Seefahrern vor vielen Hundert Jahren ein Irrtum unterlaufen, der lange Zeit einfach unentdeckt blieb, oder ist Bermeja im Meer versunken? Vielleicht durch ein Erdbeben? Einige Verschwörungstheoretiker glauben gar, dass die USA die wehrlose Insel Bermeja bombardiert und versenkt haben, um ihre wirtschaftlichen Interessen in der Region zu wahren. Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen – oder auch nicht.

9. El Ojo: Das argentinische Auge

Die Suche nach einem passenden Drehort für einen Film führte 2016 zu einer außergewöhnlichen Entdeckung. Die Filmleute stießen nahe der argentinischen Kleinstadt Campana in der Provinz Buenos Aires auf eine winzige, nahezu kreisrunde Insel, die sich um ihre eigene Achse dreht. Sie gaben ihr den Namen „El Ojo“, zu Deutsch „Das Auge“. Die teilweise mit Bäumen bewachsene Insel liegt in einem ebenfalls fast runden See, der nur wenig größer als El Ojo selbst ist. Hier schwimmt und dreht sich die Insel herum und gibt Wissenschaftlern einige Rätsel auf. Manchmal ist die Natur eben doch viel spannender als ein Film.

8. Palmyra Atoll: Verflucht in alle Ewigkeit

Wer das Palmyra Atoll im Pazifischen Ozean, das zum Staatsgebiet der USA zählt, besuchen möchte, sollte schon starke Nerven mitbringen. Dieser Ort könnte direkt einem Schauerroman entsprungen sein. Entdeckt wurde das Atoll 1798. Immer wieder berichteten Seefahrer von unerklärlichen Lichtern auf dem unbewohnten Eiland, von Alpträumen, ungewöhnlich vielen Haien und anderen Schreckensszenarien. 1870 strandete ein Schiff namens Angel auf dem Palmyra Atoll, dessen Besatzung später nur noch tot aufgefunden wurde. Bestialisch ermordet, so wurde es berichtet. Klingt gruselig, aber das kann zumindest gestandene Soldaten nicht erschüttern, oder etwa doch? Die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Atoll stationierten US-Soldaten fühlten sich dort alles andere als wohl, sie litten unter Ängsten, starken Stimmungsschwankungen und Gewaltfantasien. Es soll zu Morden unter den Kameraden gekommen sein. In den 1970er Jahren wagte sich das amerikanische Ehepaar Graham auf das Atoll. Beide Eheleute wurden ermordet, vermutlich von einem anderen Seereisenden namens Buck Walker. Macht das Palmyra Atoll unbescholtene Menschen zu gewalttätigen Mördern? Ob man nun an das Übernatürliche glaubt oder nicht, dieser Ort ist nichts für zarte Seelen. Übrigens soll dort ein Schatz vergraben sein. Das klingt schon wieder viel verlockender.

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7. Sokotra: Das (fast) unberührte Paradies

Auch wenn man es kaum glauben mag: Sokotra befindet sich tatsächlich auf unserem Planeten Erde und nicht in einer fremden Welt. Die Flora und Fauna dieser zur Republik Jemen gehörenden Inselgruppe im Indischen Ozean ist so einzigartig, fremd und faszinierend, dass man kaum aus dem Staunen heraus kommt. Da Sokotra vor 30 Millionen Jahren vom arabischen Festland getrennt wurde, konnte sich hier ein Ökosystem wie nirgendwo anders auf unserem Planeten entwickeln. Auf Sokotra wachsen urzeitliche Bäume wie der Dracaena cinnabari, ein Drachenbaum, aus dem „Drachenblut“ gewonnen wird, ein vielseitig verwendbares Harz. Weite Kalksteinhöhlen, riesige Sanddünen, hohe Plateaus und kristallklares Wasser verzieren die Inselgruppe. Der Tourismus wird behutsam aufgebaut und der Umweltschutz großgeschrieben, um diese einzigartige Naturkulisse zu erhalten. Es heißt sogar, Sokotra wäre der Garten Eden aus der Bibel – das Paradies.

6. Volcano Island: Eine Insel auf einer Insel auf einer Insel

Vor wirklich sehr langer Zeit, etwa vor 500.000 bis 100.000 Jahren, kam es auf der philippinischen Insel Luzon zu einem gewaltigen Vulkanausbruch, der eine „Caldera“ schuf, einen Kessel, in dem sich ein Süßwassersee, der Lake Taal, bilden konnte. Mitten auf dem See liegt eine Insel, bekannt als Volcano Island, mit dem aktiven Vulkan Taal als Höhepunkt. Auf dieser Insel gibt es wiederum einen Kratersee, der auch eine eigene kleine Insel enthält. Die Gegebenheiten faszinieren Besucher aus aller Welt, die diese vulkanische Landschaft mit ihren Eigenheiten aus der Nähe sehen wollen. Volcano Island und der Lake Taal sind das außergewöhnliche Ergebnis großer Kraft und riesigen Zufalls. Den Vulkan Taal halten Forscher immer genau im Blick, haben seine Ausbrüche doch schon einige Menschenleben gefordert. Ganz ohne Risiko ist ein Besuch der Vulkaninsel also nicht.

5. Osterinsel: Die Männer aus Stein

Fast jeder hat sie schon einmal im Fernsehen oder auf Bildern gesehen: die Moai. Diese riesigen Steinstatuen mit übergroßen, kantigen Köpfen zählen zu den berühmtesten und faszinierendsten Mysterien unserer Zeit. Sie schmücken die heute zu Chile gehörende Osterinsel, auf die Europa und der Rest der Welt erst im 18. Jahrhundert aufmerksam wurde. Seit ihrer Entdeckung rätseln Experten, aber auch Hobbyforscher über die Moai. Wann wurden sie errichtet? Welchen Zweck erfüllten sie? Wen bilden sie ab? Die Rätsel um die Moai verleiht der Osterinsel einen besonderen Platz unter den geheimnisvollsten Inseln der Welt. Die Eingeborenen der Insel starben an den von Europäern eingeschleppten Krankheiten oder wurden in die Sklaverei verkauft, um in der Fremde zugrunde zu gehen. Ihre Hinterlassenschaft aus Stein aber wird die Menschheit vermutlich noch sehr lange Zeit beschäftigen. Mehr als 800 Moai stehen und wachen auf der Osterinsel.

4. Isla de las Muñecas: Im Bann der Puppen

Für viele Kinder wie auch für erwachsene Sammler sind Puppen ein schönes und liebenswertes Abbild kleiner Menschen. Ihre Meinung könnte sich allerdings mit einem Besuch der Isla de las Muñecas schlagartig ändern. Diese Insel im Lago de Xochimilco, einem See in Mexiko-Stadt, ist die Heimat von Hunderten verstümmelter, an Drähten hängender und auf Ästen aufgespießter Puppen. Ihnen fehlen Köpfe oder Gliedmaßen, sie sind mit Farbe bespritzt, von der Sonne ausgebleicht und mit Spinnenweben oder anderem Ungeziefer bedeckt. Ihr Anblick kann jedem noch so großen Puppenfreund das Fürchten lehren. Verantwortlich für die Entstehung der unheimlichen Puppeninsel war ein Mann namens Julián Santana Barrera. Der Fischer und Blumenzüchter, der die Insel verwaltete, soll 1951 den Körper eines ertrunkenen Mädchens aus dem Wasser gezogen haben. Möglicherweise aus Schuldgefühlen, da er die Kleine nicht retten konnte, glaubte er, von dem Geist des Kindes verfolgt zu werden, das immer und immer wieder nach Spielzeug verlangte. Daher begann er, die Puppen an die Bäume zu hängen, die er mit der Zeit immer mehr verstümmelte, in der Hoffnung, den Geist so vertreiben zu können. 2001 starb Julián Santana Barrera. Angeblich ertrank er genau an jener Stelle, an der einst das tote Mädchen im Wasser trieb. Heute wird für das Betreten der unheimlichen Insel Eintritt verlangt. Sie ist zu einer Touristenattraktion geworden.

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3. Poveglia: Die Pestinsel

Poveglia liegt malerisch vor der Altstadt Venedigs und könnte ein Traum für Touristen sein, hätte sie nicht eine düstere und tragische Vergangenheit. Im späten 18. Jahrhundert brachten bewaffnete Boote Menschen, die an der Pest litten und die man unbedingt vom Rest der Bevölkerung trennen wollte, nach Poveglia. Als 1803 das Gelbfieber in Spanien ausbrach, diente Poveglia auch als Quarantänestation für diese Kranken. Nachdem die Pest weitestgehend besiegt war, kam die Cholera, die vor allem zwischen 1831 und 1832 wütete. Wieder brachte man die Betroffenen auf die kleine Insel. Noch bis 1968 starben hier Menschen, denen nicht mehr zu helfen war. Seitdem ist die Insel, die so viel Leid gesehen hat, verlassen. Ihre bedrückende Geschichte lastet schwer auf ihr.

2. Diego Garcia: Schmutzige Geheimnisse

Ein abgelegenes Atoll, verpachtet von Großbritannien an die USA und ausschließlich für militärische und geheimdienstliche Zwecke genutzt, das beflügelt natürlich die Fantasie – und die Sorge – vieler Menschen. Im Jahr 2003 berichtete die amerikanische Zeitung Washington Post, dass sich auf Diego Garcia ein geheimes Gefangenenlager befindet. Die seit dem 18. Jahrhundert angesiedelte Bevölkerung des Atolls, die Chagossianer genannt wird und sowohl afrikanischer wie auch indischer und französischer Herkunft ist, wurde vor einigen Jahrzehnten umgesiedelt. Seitdem kämpfen die Menschen erbittert darum, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen. Diego Garcia ist somit nur ein kleiner Flecken Erde im Indischen Ozean, der den Interessen einer Weltmacht dient, der Öffentlichkeit verborgen bleiben soll und Vertriebene zurücklässt.

1. Pollepel Island: Amerikas Burg

Von New York City braucht es etwa eine halbe Stunde Bootsfahrt, um Pollepel Island zu erreichen, eine kleine Insel im Hudson River, mit einem für die USA eher ungewohnten Anblick: einer Burg. Der schottische Unternehmer Francis Bannerman VI. ließ diese 1901 errichten, ganz im Stile des europäischen Mittelalters, um hier ganz im American Style jener Zeit Waffen zu verstecken. Fast alle spanischen Waffen, die der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898 zurückgelassen hatte, befanden sich in seinem Besitz. 1920, zwei Jahre nach Bannermans Tod, ging das Pulverfass, auf dem die Burg stand, in die Luft. 200 Tonnen Schwarzpulver explodierten und zerstörten das Anwesen. Zurück blieb eine Ruine, die Einheimische und Touristen an ein merkwürdiges Stück Geschichte erinnert – teils schottisch, ein bisschen spanisch und viel amerikanisch.

Eure Traum(a)insel?

Jede dieser Inseln übt auf ihre Weise Faszination aus. Einige sind wunderschöne Orte, die es unbedingt zu erhalten gilt, andere geben vor allem Rätsel auf und einige sollte man besser nicht betreten. Welche dieser Inseln würdet ihr gerne einmal besuchen oder wollt ihr auf keinen Fall aus der Nähe sehen?